Reisebericht Oktober 2006 - Bulgarien

Direkt zum Seiteninhalt
Impressionen
Oktober 2006
04.10.2006 - 15.10.2006


Abflug am 04.10.2006 vom Flughafen Frankfurt/Main mit der Boeing 737-300 um 18:00 Uhr. Pünktlich 21:15 Uhr landete die Maschine in Sofia und nach 10 Minuten Wartezeit war auch schon das Gepäck da.
05.10.2006
Die obligatorische Anmeldung bei der Polizei dauerte ca.10 Minuten und war wie immer kostenlos (es gibt z.B. Büros in Varna die verlangen dafür sogar Geld). Anschließen ein kurzer Abstecher zum Hotel Pliska und dem nächsten Globul-Laden. Dort habe ich mir eine Prepaidkarte gekauft. Die Karte kostete 10,00 Lv. und beinhaltete ein Guthaben von 15,00 Lv. Ich musste nur die Karte ins Telefon einschieben, einschalten und konnte sofort lostelefonieren. Die Gebühren betrugen 0,44 ct./min. für Gespräche zum Festnetz und zu anderen Mobilfunknetzen. Für Anrufe nach Deutschland waren 1,56 Lv./min. fällig.
Mit dem Taxi ging es weiter in die Innenstadt. Der Autoverkehr hat stark zugenommen und so kommt es immer wieder zu langen Staus.
Am Abend traf ich mich mit Freunden in einem der vielen Lokale und erst gegen 01:00 Uhr, am nächsten Morgen, fuhr ich wieder in mein Quartier zurück.
Die Preise sind nach wie vor günstig, z.B. ein Bier 0,5l für 1,50 Lv.,  Salate 3,00- 4,00 Lv., Rakia 1,00 - 2,60 Lv.
06.10.2006
Am Freitag habe ich mich noch mit einem ehemaligen Studienkollegen getroffen, der momentan im Bauwesen arbeitet. Die mafiösen Strukturen funktionieren dort immer weniger, so daß man langsam Licht am Ende des Tunnels sieht. Über den Beitritt zur EU sind die Meinungen geteilt. Die Einen versprechen sich einen Boom und die Anderen glauben eher an eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse.
07.10.2006
Bevor wir nach Blagoevgrad fuhren, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Kaufland in Sofia.




08.10.2006
Seit dem letzten Jahr gab es im Stadtzentrum von Blagoevgrad keine großen Veränderungen. Die Zigarettenfabrik soll wieder einmal verkauft werden und deshalb wird es einen massiven Stellenabbau geben. Da die Stadt nicht sehr groß ist, macht das natürlich schnell die Runde.
09.10.2006
Es wurden auch neue Heftchen gedruckt , mit denen man Stempel von 100 nationalen, touristischen Objekten des Landes sammeln kann. Für 25 besuchte Objekte gibt es eine bronzene Nadel, für 50 besuchte Objekte eine Silberne und wenn man alle besucht hat eine goldene Nadel.
Die in Klammern angegebene Nummer ist die Listenposition des jeweiligen Objektes.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Bansko (Nr.:01) um uns die große „Baustelle“ anzusehen. Von Januar bis Juli 2006 sind über 100 Bauanträge bewilligt worden. Ich habe nicht alle Baustellen zählen können aber über 70 sind es ohne Übertreibung. Es werden in der Wintersaison über 1 Mio. Besucher erwartet. Bis dahin werden nicht alle Hotels fertig sein aber die Straßen sind dann hoffentlich in einem besseren Zustand.

Auf dem Weg nach Bansko statteten wir dem Dorf Dobarsko (Gemeinde Raslog) einen Besuch ab. Hier gibt es eine alte Kirche mit sehr schönen Wandmalereien. (Eintritt: 2,00 Lv.)
Die Kirche “Hl. Theodor Tiron und Hl. Theodor Stratilat“ /Цирква Св. Св. Теодор Тирон и Теодор Стратилат/ (Nr.: 03)
Die Kirche ist ein Beweis der Baukunst einheimischen Meister aus der Region um Dobarsko. Für den Bau wird das Jahr 1614 angenommen aber es gibt eine Reihe von Umständen, die zu dem Schluß führen, das sie viel älter ist oder mindestens  auf dem Fundament einer älteren Kirche errichtet wurde. Die Kirche hat die Form einer dreischiffigen „Pseudo-Basilika“  wodurch die Möglichkeit gegeben ist mehr Platz für Wandmalereien zu erhalten.
Sie wurde 1977 zum Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung erklärt und gehört zu den 100 nationalen, touristischen Objekten. (Registriert unter der Nr. 3)
Die einmaligen Wandmalereien bedecken den gesamten Innenraum – ca.160 m2.
Hier gibt es Darstellungen, die sonst nirgends zu sehen sind, Jesus in einer „kosmischen Rakete“ („Verklärungsszene“) und Jesus landet in einer „kosmischen Kapsel“ („Auferstehungsszene“). Weiterhin gibt es Darstellungen von nicht weniger als 30 weiblichen Heiligen und der Heilige Kiril Philosoph wurde in dieser Kirche zum ersten Mal als Heiliger dargestellt.
Im Fußboden ist eine Marmorplatte eingelassen mit dem Abbild eines zweiköpfigen Adlers mit einer Krone und dem byzantinischem Wappen welches die Jahreszahl 1122 trägt.
An einer Säule sind in einem Loch der Aufbau und die verwendeten Materialien zu sehen. Spezialisten datierten daraufhin den Kirchenbau  auf das XI-XII.  Jahrhundert.
Im Vorraum liegt eine Karte aus der Zeit des zweiten Bulgarischen Staates, auf dem Dobarsko mit dem Zeichen einer Kirche versehen ist.
Die Krieger des Samuil, die nach der Schlacht bei Belasitza (1014)  geblendet worden sind, befanden sich auf dem Weg zum Rilakloster und überwinterten hier. Sie fanden Linderung durch das Wasser einer kleinen Quelle, die im Hof der Kirche entspringt und der heilende Wirkung zugesprochen wird. Alle diese Dinge führen zu der logischen Schlussfolgerung, daß die Kirche bedeutend älter sein muß.



10.10.2006
Wir beschlossen, dieses Mal die Nord-West Region Bulgariens zu besuchen. Also hieß es Sachen Packen und Abfahrt in Richtung Belogradchik.
Die Erste Station unserer Rundreise war das Kloster Klisura.
Das Klisura Kloster „Heiliger Kiril und Heiliger Metodi“ /Клисурски манастир "Св. Св. Кирил и Методий"/ ist 80 km von Sofia entfernt und liegt 500 Meter über dem Meeresspiegel am Fuße des Gipfels „Todorini Kukli“.
Es wurde währen der Zeit des „Zweiten bulgarischen Zarenreiches“ im Jahre 1240 erbaut. Leider wurde das  Kloster 1396 durch die Türken bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Platz an dem das Kloster stand erhielt den Namen „Einsames Kloster“ und an bestimmten Feiertagen kamen die Einwohner der umliegenden Dörfer hierher um das Gelübde „Manastirishte“ abzulegen.
Während des XVII. Jh. siedelten sich sechs Mönche, sie kamen aus anderen zerstörten Klöstern, an um das Kloster wieder aufzubauen. Als im Jahre 1688 der Chiprovzi-Aufstand ausbrach unterstützten die Mönche die Aufständischen und ein Trupp aus Berkoviza versteckte sich bei ihnen.
Durch Verrat erfuhr der Bey von Berkoviza davon und entsandte Soldaten.
Die Aufständischen sahen die Soldaten kommen und konnten in die Berge fliehen, die Mönche jedoch blieben auf ihrem „Glaubensposten“. Unter der Folter sollten sie die Aufständischen verraten, taten dies aber nicht und wurden erschlagen. Nur 100 Meter vom Kloster entfernt  wurden sie verbrannt.
An dieser Stelle wuchsen daraufhin 6 Buchen und es entsprang eine Quelle, deren Wasser heilende Wirkung hat. Bis heute ist diese Quelle nicht versiegt, um an die Ereignisse von damals zu erinnern.
Der junge Geistliche  Archimandrit Antim opferte das ganze Erbe seiner Eltern  und mit Hilfe anderer heimatliebender Bulgaren errichtete er in kurzer Zeit das Heilige Kloster neu. Später wurde hier die erste Klosterschule der Region gegründet.
Im Jahre 1891 wurde die Kirche „Heiliger Kiril und Heiliger Metodi“ durch den Vidiner Metropolit geweiht. Die Wandmalereien stammen aus dem Jahr 1937 und wurden von Herrn Scheljaskov und Prof. Georgi Bogdanow ausgeführt. Der Ikonostaß ist im Stil der Wiedergeburt und stammt aus der Samokover Holzschnitzschule. Die Ikonen sind aus dem XVIII-XIX Jh. und zum größten Teil das Werk des Ikonenmalers Nikola Obrazopisov. Vor einigen Jahren wurde eine neue Kirche („Heiliger Nikola“) gebaut, die jedoch bedeutend kleiner ist. Neben den beiden Kirchen gibt es noch 3 große Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und eine Klosterküche.  
Nach dem wir Montana passiert hatten, machten wir Station im Lopushan Kloster.
Das Lopuschan Kloster „ Heiliger Joan Krastitel“ /Лопушански манастир "Св. Йоан Кръстител"/ ist 35 Kilometer von Montana (Michajlovgrad) entfernt.
An der Stelle des heutigen Klosters gab es bereits während des „Zweiten bulgarischen Zarenreiches“ ein Kloster, welches  zu Beginn der türkischen Fremdherrschaft komplett zerstört wurde. Nach der Legende hielten sich in der Klostermühle oft Haiducken auf.
Als eines Tages ein Vater mit seiner Tochter aus dem Dorf zum Kloster kam, wurden sie von einem Türken verfolgt. Sie fanden Zuflucht im Kloster, wo sich auch der Woiwode Ognjan aufhielt. Als der Türke an der Klostermühle ankam, warf er sich auf das Mädchen. In diesem Moment sprang Ognjan aus seinem Versteck und schlug ihm seine Axt ins Genick. Die Leiche wurde hinter der Mühle im Mist begraben. Der Windhund des Türken war jedoch Zeuge der Tat und lief zurück zu dessen Haus nach Berkoviza und begann zu bellen. Die Familie befürchtete Schlimmes und folgte dem Hund zurück zur Mühle, wo sie die Leiche fanden. Daraufhin wurde das Kloster überfallen, zerstört und die Mönche getötet. Nur ein Mönch konnte sich retten indem er nach Serbien floh.
Dionisij /Dimitar Tonchev Chulev/ und sein Bruder Gerassim aus Berkoviza halfen nach den Aufständen von 1836 und 1837 beim Wiederaufbau des Chiprovzi Kloster, bevor sie sich 1850 auf den Weg machten um mit dem Wiederaufbau des Lopushan-Klosters zu beginnen. Dionisij übernahm die Leitung und zuerst wurden die Grenzmauern errichtet, später ein zweistöckiges Gebäude am Weg zum Dorf Pomeschdin. Ein weiteres zweistöckiges Gebäude wurde 1853 mit Ausrichtung zum Dorf Meljane gebaut. Ein  Zimmer wurde als Kirche, eines als Schule und eines als Klosterküche genutzt.  Im Jahre 1856 wurde der vierseitige Brunnen gebaut. Dionisij träumte davon eine Kirche zu errichten, die der des Rilakloster ähnlich ist. Am 21.April 1859 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Die Ausstattung der Kirche ist dürftig, ohne Wandmalereien. Es gibt nur einige Reliefs an den Wänden, innen und außen. Der zentrale, geschnitzte Ikonostaß wurde 1863 von Stoicho Fandakov und die Ikonen von dem bekannten Ikonenmaler Nikolaj Dospevski aus Samokov geschaffen.
Beim Ausheben des Fundamentes für die  Kapelle wurden im Jahre 1860  hunderte Schädel gefunden. Wahrscheinlich stammten sie von den Gefallenen des Schiprovzi Aufstandes.
Das Kloster war einer der Lieblingsorte von Ivan Vasov. Hier entstanden Teile seines unvergessenen Romans „Pod Igoto“ (Unter dem Joch).
Die Letzte Station auf dem Weg nach Belogradchik war das Chiprovzi Kloster.
Das Chiprovzi Kloster „Heiliger Joan Rilski“ (Ivan Rilski) /Чипровски манастир "Св. Йоан Рилски"/ wurde im X Jh. erbaut und gehörte zu den 30 bekannten Klöstern des „Ersten Bulgarischen Zarenreiches“. Tausend Jahre ging das Kloster nicht unter, trotz achtmaliger Brände und Zerstörungen, besonders nach den Aufständen von Konstantin und Fruschin von 1408-1413, dem Chiprovzi-Aufstand von 1688, dem Mancho-Aufstand von 1836, dem Varbapeno-Aufstand von 1837, und dem Chiprovzi-Aufstand von 1876, als das Kloster Schauplatz erbitterter Kämpfe mit den Türken war.
Der Ikonostaß und der Thron stammen aus dem Jahr 1879, zu dieser Zeit war Ivan Vasov Richter in Berkoviza, und wurden von einem unbekannten Meister geschaffen. Die Ikonen sind das Werk von Christo Enchev aus Koprivtschtiza. In der Kirche gibt es zwei weitere Throne, die aus unterschiedlichen Jahren stammen. Im östlichen Teil, in der zweiten Etage des Wirtschaftsgebäudes, befindet sich die Kapelle die dem „Zar-Befreier“ geweiht ist. Die Ikonen stammen von einem Meister aus Trjavna. Weiterhin gibt es Wandmalereien mit den Abbildungen von Kiril und Metodi und anderen Heiligen. Auf dem Gelände des Klosters befindet sich ein “Gebeinsturm“, der zuerst zweistöckig und aus Bruchsteinen gemauert war. Im Erdgeschoß werden die Gebeine der gefallenen Aufständischen verwahrt. In der ersten Etage befindet sich eine kleine Kapelle. Nach der Befreiung wurde die dritte Etage aus Fachwerk errichtet, auf der die Glocken montiert wurden. An der Fassade befindet sich eine Inschrift mit den Namen der gefallenen Helden.
In Belogradchik fanden wir nach längerer Suche ein Privatquartier (pro Bett 10,00 Lv.) und nach einem ausgedehnten Abendmahl ruhten wir uns von diesem erlebnisreichen Tag aus.


11.10.2007
Nach dem Frühstück besuchten wir die „Belogradchiker Festung und die „Belogradchiker Felsen“.
Die Belogradschiker Felsen /Белоградчишки скали/ (Nr.: 15)


Die Belogradchiker Felsen („Belogradchishkite Skali“) nehmen eine Fläche von 15 km2 im westlichen Vorbalkan ein. Im Laufe von 200 Mio. Jahren entstanden viele verschiedene Figuren  z.B. „Die Madonna mit dem Kind“, „Der Reiter“, „Die Mönche“, „Haiducke Welko“, „Schwarzer Storch“ usw.
Die Belogradschiker Festung /Белоградчишка крепост/ wurde bereits während der Römerzeit errichtet, wahrscheinlich im II. Jh.  und diente zur Überwachung und Verteidigung der Handelswege. In der Umgebung gibt es noch Reste weiterer Festungen aus dieser Zeit. Die Festungsmauern waren bis zu 5m stark und 15m hoch wobei die Felsen  voll in den Bau integriert wurden. Im Inneren befinden sich zwei, in den Felsen getriebene, Trinkwasserbecken mit einer Tiefe von 5 Metern.Hier wurde das Schmelz- und Regenwasser aufgefangen und als Trinkwasserreserve verwendet. Im nordwestlichen Teil liegt ein fast vollständig erhaltenes unterirdisches Gewölbe. Die Festung diente den Römern aber nicht nur zur Beobachtung und Verteidigung sondern auch zur Nachrichtenübermittlung. Am Tage erfolgte die Signalgebung durch Rauchzeichen und nachts durch Feuerzeichen. Während des VI Jh. begannen sich die Slawen auf der Balkanhalbinsel anzusiedeln. Die Festung war zu dieser Zeit unter byzantinischer Führung und Teil eines Verteidigungsgürtels. Ende des VII Jh. erstritten sich die Protobulgaren, zusammen mit den Slawen,  das Recht auf einen eigenen Staat. Mit der Bildung des bulgarischen Staates begann eine neue Geschichte der Festung. Sie wurde zu unterschiedliche Zwecken genutzt und diverse Umbauten durchgeführt. Vom XV-XIX Jh. bewahrte die Festung ihren mittelalterlichen(bulgarischen) Charakter. Später verstärkten die Türken die Mauern und es wurden neue Gebäude hinzugefügt. Die Festung spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung während der österreichischen Feldzüge gegen die Türken (1683-1689, 1714-1718 und 1735-1739). Der Umbau für den Gebrauch von Kanonen und anderen Feuerwaffen erfolgte 1805 und wurde 1837 durch italienische Ingenieure vollendet. Die alten Zinnen wurden ersetzt und mit 350-400 Schießscharten versehen, die Türme abgetragen und durch Plattformen für Kanonen ersetzt. Heute sind davon nur noch einige Wachräume und unterirdische Gewölbe erhalten geblieben. In seiner neuen Form umfasste die Festung ein Areal von 10.211 m2 und bestand aus drei Teilen, die durch starke Mauern und Tore mit  eisernen Türen voneinander getrennt sind. In „Friedenszeiten“  wurde die Festung nur von einigen Männern bewacht, die aufgrund ihres Dienstes von Steuern und Abgaben befreit waren. Im Falle einer Gefahr fasste sie eine Besatzung von 1000-1500 Mann. Von 1837-1867 war sie unter voller Besatzung, welche die Verteidigung der Stadt und des Gebietes übernahm. Die Besatzung war maßgeblich an der Niederschlagung des Belogradchiker Aufstandes von 1850 beteiligt. Nach 1885 wurde die Festung zeitweise als Garnison genutzt bis in der Stadt Kasernen gebaut wurden und die Soldaten dort einzogen. Die Gebietsverwaltung beschloß 1890 den Verkauf von Steinen der Festung zum Hausbau an die Bevölkerung von Belogradchik. Das wurde jedoch durch die örtlichen Schäfer vereitelt, die das Gelände zur Schafzucht verwenden wollten. Solcherart Nutzung führte zur Zerstörung einiger Mauern und Gebäude. Nachdem die Festung zum Kulturdenkmal erklärt wurde, wurde sie umfassend restauriert und steht heute der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Nach dem Besuch der Belogradchiker Festung ging es weiter zur Magurahöhle. Sie befindet sich in der Nähe des Dorfes Rabisha ca. 25 km nordwestlich von Belogradchik.
Die Entstehung der Magura Höhle /Пещера Магура/ (Nr.: 14) begann vor 15 Millionen Jahren durch Ausspülung. Sie hat mehrere Eingänge. Der Größte befindet sich am Südhang der Höhle mit einer Höhe von 2,80m und einer Breite von 6m. Der heutige Ausgang befindet sich am Fuße des Gipfels in nordöstlicher Richtung. Die Magura-Höhle ist eine der größten bulgarischen Höhlen mit einer Grundfläche von mehr als 30.000m2.
In der Höhle befinden sich hunderte, einzigartige Wandmalereien (ca. 10.000 Jahre v.u.Z.). Die begehbaren Wege sind auf einer Länge von 2500 m ausgebaut. Die Höhle besitzt einen Gang  mit  südost-nordwest Ausrichtung und drei weiteren Abzweigen. Die einzelnen Säle haben zum Teil gewaltige Ausmaße – über 200m lang, über 50m breit und über 20m hoch.
Die ersten menschlichen Spuren sind 12.000 Jahre alt. Es wurden Reste verschiedener Gebäude, Feuerstellen, Öfen, Werkzeuge aus Stein, Metall und Keramik gefunden. Des weiteren Knochen von Bären, Wildpferden, Höhlenhyänen, Hirschen und anderen Tieren. Die Höhlenzeichnungen zeigen Kult- und Jagdszenen, einen Jahreskalender aus dem späten Neolithikum mit Zusätzen aus der frühen Bronzezeit.
Nach dem Besuch der Magura-Höhle setzten wir unseren Weg nach Vidin fort. Auf dem Weg lag das Rakovi-Kloster, dem wir einen Besuch abstatteten. Das Kloster befindet sich in der Nahe der Stadt Kula. Bis Vidin sind es noch 32 km.
Das Rakovi Kloster „Heilige Dreifaltigkeit“ /Раковишки манастир "Св. Троица"/ wurde im XIV Jh. während der Zeit des „Vidiner Zarenreiches von Ivan Srazimir“ gegründet. Die alte Kirche stammt jedoch bereits aus dem XI-XIII Jh. Sie wurde 1807 von den Türken zerstört und 20 Jahre später von Ikonenmalern aus Trjavna wieder aufgebaut. Die Wandmalereien befinden sich in teilweise schlechtem Zustand gehören jedoch, auf  Grund der interessanten Interpretationen der Bibelszenen,  zu den herausragenden Leistungen der Wandmalerei.
Während des Aufstandes vom 01.06.1850 beteiligte sich die Klosterbruderschaft aktiv an den Auseinandersetzungen. Nach dem der Aufstand mit Feuer und Blut niedergeschlagen war, wurde das Kloster niedergebrannt und nur durch ein Wunder blieb die alte Kirche erhalten.
Im Andenken an die, im Sommer 1850, Gefallenen wurde 1943-1944 eine neue, eindrucksvolle Kirche erbaut.
Die nächste Station war Vidin und die Festung „Baba Vida“. Nach dem Besuch der Festung suchten wir uns ein Hotel (Apartment für 50,00 Lv.) und machten es uns im Restaurant bequem. An den Wänden hingen große LCD-Fernseher und so konnten wir das Fußballspiel Bulgarien-Luxemburg (1:0) live  verfolgen.
Vidin /Видин/ wurde bereits im III Jh. v.u.Z. gegründet. Es wird angenommen, daß die ersten Einwohner vom thrakischen Stamm der Tribali (Triballer) waren. Während der Römerzeit gehörte die Stadt zu den römischen Provinzen und trug den Namen „Bononia“. Zur  Zeit des mittelalterlichen bulgarischen Staates war die Stadt unter dem Namen „Badin“ (bis Anfang des XI Jh.) und später als „Bdin“ bekannt und Zentrum des militärisch-administrativen  Gebietes. Ab der zweiten Hälfte des XIII Jh. war Vidin Hauptstadt des „Vidiner Fürstentums“ und später des „Vidiner Zarenreiches“.
Vidin besaß vom  XV-XVII Jh. den größten Binnenhafen des osmanischen Reiches an der unteren Donau. Die Stadt ist reich an Kulturdenkmälern, von denen die Festung „Baba Vida“ das bekannteste ist.
Baba Vida /Баба видинскити кули/ (Nr.: 13)

Die Festung Baba Vida kann auf eine über 2000 jährige Geschichte zurückblicken. Sie ist die einzige komplett erhaltene Festungsanlage in Bulgarien und  diente sowohl als Wehranlage als auch als Herrscherburg. Sie wurde am Ende des X Jh. auf den Grundmauern der Festung  der antiken Stadt „Bononia“ errichtet. Die Festung wurde zum Ende des XIII Jh. bis Beginn des XIV Jh. ausgebaut und diente dem Vidiner Zar Ivan Srazimir (1352-1396/97) als Herrscherburg. Sie war die letzte Festungsanlage, die durch die Türken erobert wurde. Der Grundriss  der Anlage blieb weitgehend unverändert und besitzt eine Rechteckige Form mit einer Mauerlänge von ca. 70m zwischen den  Ecken, die  nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind.  Die ganze Anlage ist von einem 12m breiten und 6m tiefen Wassergraben umgeben. Die innere Mauer ist 2m dick, höher als die Äußere und hat vier Ecktürme und fünf  Seitentürme. Die äußere Mauer besitzt zwei Türme.


12.10.2007
Nach dem Frühstück ging es weiter nach Kosloduij zum Dampfer „Radezki“.
Der Dampfer Radezki (Nr.: 18)

Der österreichische Dampfer Radezki wurde 1851  von der Werft „Obuda“ in Budapest gebaut und trug den Namen des Feldmarschall Joseph Wenzislav Radezki. Zum 90. Jahrestag des Todes von Christo Botev sammelten 1.200.000 bulgarische Kinder die Mittel zum Nachbau des, für die bulgarische Geschichte legendären, Dampfers. Am 28. Mai 1966 erfolgte der Stapellauf und am 30. Mai 1966 machte das Schiff in Kosloduij fest.
Auf Initiative von Stojan Saimov  und mit Unterstützung der Regierung unter Führung von Dimitar Petkov wurde 1906 beschlossen (aus Anlass des 30. Jahrestages der Befreiung vom türkischen Joch) in der Nähe von Svishtov ein militär-historisches Museum zu bauen. Dafür sollte der Dampfer Radezki von der „Ersten königlichen Donau-Dampfschifferei - Wien“ erworben werden. Während  die Volksversammlung über die Bereitstellung der Mittel abstimmte, wurde der Ministerpräsident auf dem Boulevard „Zar Osvoboditel“ ermordet und damit geriet die Idee des Kaufes in Vergessenheit. Erst 1926 wurde in Svishtov das Komitee „Zar Osvoboditel“ gegründet und der Plan zum Ankauf des Dampfers neu aufgegriffen. Damit weder von der Volksversammlung noch vom Zaren Boris III. Geld verlangt werden muß, beschloß man über Eintrittsgelder für Filmvorführungen die notwendigen Mittel zu beschaffen. Innerhalb von zwei Jahren wurden so 50.000.000 Lv. gesammelt. Als das Komitee 1927 anfragte, wo und in welchem Zustand sich der Dampfer Radezki befindet, teilte man ihnen mit, das er bereits 1918 ausgemustert und 1924 verschrottet wurde. Auf Initiative der Journalistin Liliana Losanova wurde am 06.11.1964 ein Konto eröffnet, auf dem die Mittel für den Nachbau des Dampfers gesammelt wurden.
Der Kapitän Dagobert Engländer
Eine wichtige Rolle bei der Besetzung des Dampfers durch die Schar von Ch.Botev in der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1876 spielte der Kapitän Dagobert Engländer. Ihm ist es zu verdanken, das wichtige Materialien über die Übernahme des Dampfers  nach Bulgarien gelangten, so der Bericht an das Generalinspektorrat in Wien, das Protokoll mit den Aussagen der Mannschaft zur Übernahme und die persönlichen Erinnerungen das Kapitän. Im Bericht, der am 30.Mai 1876 geschrieben wurde, heißt es, daß am 29. Mai (16.Mai nach alter Schreibweise) etwa eine Stunde nach dem der Hafen Beket verlassen wurde, der Dampfer von Aufständischen überfallen wurde. Zu den geladenen Kisten bemerkte der Kapitän, daß sie den Vorschriften entsprachen und er deshalb keinen Grund sah die Mitnahme zu verweigern. Er wurde von sechs bewaffneten Männern gezwungen sich Ihre Forderungen anzuhören. Er beschrieb die Gespräche mit dem Anführer, die Uniformen, die Bewaffnung,  wie der Dampfer nach Kosloduij gelangte und dann seine weitere Fahrt fortsetzte. Als der Dampfer in Vidin anlegte, sollte er türkische Soldaten aufnehmen, was er kategorisch ablehnte.
Ein halbes Jahrhundert nach den Ereignissen, im Jahr 1925 schickte der Kapitän folgende Reliquien des Dampfers nach Bulgarien:
1. Die Fahne des Dampfers, die ein österreichisches und ein ungarisches Wappen trug
2. Die Originalzulassung
3. Den Stempel des Dampfers
4. Eine Kopie des Berichtes an das Konsulat Österreich-Ungarns in Vidin und an das Generalinspektorrat
   der Dampfschiffvereinigung
5. Eine detaillierte Beschreibung über alles was er an diesem Tag an Bord gesehen hat
6. Eine Kopie des Briefes von Ch. Botev in französischer Sprache an den Kapitän und die Mitreisenden
7. Zwei Bretter von Bord der Radezki. Eines wurde aus der Stelle herausgeschnitten auf der Ch. Botev
   stand, als er die Überlassung des Schiffes forderte, um mit seiner Schar an Land zu gehen.
Die Schar von Christo Botev
Anfang April 1876 wurde unter der Leitung von Ch. Botev, N.Obretenov und G.Apostolov beschlossen eine große Schar zu formieren, welche sofort nach Ausbruch des geplanten (April) Aufstandes nach Bulgarien übersetzen sollte.  Zuerst übernahmen P.Chitov und F.Totju die Leitung aber sie meinten, daß  man aufgrund der schwierigen internationalen Lage mit der Entsendung warten müsse. Als Anführer wurde Ch.Botev gewählt.
Mitte Mai waren die Vorbereitungen abgeschlossen. Nach der Analyse der Daten des laufenden Aufstandes entschieden Ch.Botev und seine Helfer, das die Schar nach Vratza vorstoßen soll, da die örtliche Organisation dort intakt war und die Möglichkeit bestand den Aufstand auszurufen. Am 16. Mai bestiegen Ch.Botev und ein Teil der Schar in Gjorgevo den Dampfer Radetzki. In Simnich, Turnu Magurele, Korabia und Beket bestiegen weitere Freiwillige den Dampfer. Um nicht die Aufmerksamkeit der rumänischen Beamten zu erregen, wurden sie zuvor in kleine Gruppen aufgeteilt. Am 17. Mai wurde der Dampfer übernommen und die Mannschaft gezwungen am bulgarischen Ufer in der Nähe des Dorfes Kosloduij anzulegen. Nach einigen Tagen und wiederholten Kämpfen mit den türkischen Verfolgern erreichte die Schar den Balkan bei Vratza. Dort erhielten sie keine Unterstützung durch das örtliche Revolutionskomitee und sie waren gezwungen alleine gegen den übermächtigen Gegner zu kämpfen. Am 20.Mai, als die Schlacht schon am abklingen war, fiel Ch.Botev. Der unerwartete Tod des Anführers stiftete Verwirrung unter den Aufständischen. erschöpft, hungrig und entmutigt wurden sie in kleine Gruppen zersprengt, die zur leichten  Beute der regulären türkischen Truppen wurden. Die meisten kamen um oder gerieten in Gefangenschaft, nur ein Dutzend konnte sich nach Serbien und Rumänien retten. Über den Tod von Ch.Botev gibt es mehrere Versionen. Am  wahrscheinlichsten ist, daß er durch eine verirrte türkische Kugel starb. Mit der Zerschlagung der Schar von Ch.Botev war der Aprilaufstand faktisch beendet.
Noch vor 17:00 erreichten wir Vratsa und entschieden uns dafür zuerst die Ledenika-Höhle zu besuchen und uns dann um die Übernachtung zu kümmern.
Die Ledenika Höhle /Пещера Леденика/ (Nr.: 16) befindet sich 16km südwestlich von Vraza. Der Eingang liegt 830m über dem Meeresspiegel im tiefstgelegenen Teil der Höhle. Der erste Saal ist der „Vorhof“ – der niedrigste Teil der Höhle. Im Winter und Frühling erstaunt er durch wunderschönem Eisschmuck, woraus sich auch der Name der Höhle ableitet. Nach einigen Metern in gebückter Haltung erreicht man den kleinen Saal, der eine fast kreisrunde Form hat.
Nach nochmaligem Bücken betritt man den großen Saal (Konzertsaal) der viele schöne und einmalige „Skulpturen“ aufzuweisen hat, „Das Krokodil“, „Der Kopf des Pelikan“, „Der Falke“, „Väterchen Frost“ und viele andere. Wenn man nach rechts abzweigt gelangt man zu einem kleinen See, dessen Wasser „Wunder“ vollbringen kann. Über eiserne Brücken überquert man die kleine und große Schlucht und gelangt in den wunderschönen „Weißen Saal“.
Die Temperaturen schwanken zwischen -7°C und 8°C und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 92%.
Auf dem Weg nach Vraza kamen wir am Motel Chajka vorbei und da es uns gefiel, übernachteten wir auch dort. (Apartment für 60,00 Lv.) Am Abend machten wir es uns im Restaurant gemütlich bevor es am nächsten Morgen wieder nach Blagoevgrad zurückgehen sollte.
Vratsa /Враца/ liegt am Ufern der Leva und am Fuße des Nordbalkan. Die Innenstadt hat eine sehr schöne und große Fußgängerzone.
Eine Festung wurde hier bereits vom byzantinischen Chronisten Prokopius im IV. Jh. erwähnt. Später entstand die mittelalterliche bulgarische Stadt „Vratiza“. Einer Legende nach hat sich hier der Woiwode Radan mit seiner Schar lange verteidigt, indem er die Naturgegebenheiten und die schützenden Festungsmauern nutzte. In den Jahren der osmanischen Herrschaft wurde Vratsa Garnisonsstadt. Sie wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.
1596 wurde die Stadt von Michai Vitas aus der Walachei angegriffen. Anfang des XIX. Jh., zur Zeit Osman Pasvantooglu, fanden hier Schlachten zwischen dem Vidiner Feldherrn und dem Heer des Sultan statt.
Im XVIII/XIX Jh. wurde Vratsa zum Handwerks-, Handels- und Verwaltungszentrum. Mitte des XIX. Jh. hatte die Stadt bereits über 2500 Häuser. Der Bischof Sophronius von Vratsa spielte im kulturellen Leben der Stadt eine besondere Rolle. Aus Vratsa stammen Ivan Sambin, erster bulgarischer Diplomat in Russland und Dimitar Hadshitoschev, ein bedeutender Politiker, der 1827 von den Türken umgebracht wurde. Mit dem Niedergang des Handwerks nach der Befreiung von den Türken verlor Vratsa an Bedeutung. Erst als 1913 die Eisenbahnlinie Mesdra-Vratsa-Lom gebaut und 1923 bis Vidin erweitert wurde, lebte die Stadt langsam wieder auf.


13.10.2006
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg nach Blagoevgrad. Die Erste Station war der Gipfel Okolchiza.
Der Gipfel Okolchiza (Nr.: 17)
Auf dem Weg zum Gipfel kamen wir erst am Museums -Haus von "Baba Ilijza" vorbei und erreichten später den Gipfel mit dem Kreuz. Der historische Gipfel ist eng mit dem Sohn des bulgarischen Volkes Christo Botev verbunden. Zu seinem Andenken wurde ein Denkmal errichtet und jedes Jahr am 02.Juni versammeln sich Tausende um sich vor seinen Heldentaten und denen seiner Schar zu verneigen. Der Ort an dem Botev fiel befindet sich ganz in der Nähe, in der Gegend von Jolkoviza. An dem Platz wurde ein kleiner Felsen mit folgender Inschrift errichtet: "Dem großen Botev. Deine Prophezeiung hat sich erfüllt - Du lebst (bist lebendig)!"
Weiter ging es dann nach Skravena, einem kleinen Dorf zwischen Vratsa und Botevgrad.
Skravena und das Beinhau-Denkmal der Scharmitglieder von Ch.Botev /Скравена/ (Nr.: 82)
Das Dorf Skravena wurde vor ca. 400 Jahren von Nachkommen des Dorfes "Gramade" gegründet. Gramade wurde von den Türken zerstört, weil die Bewohner sich gegen ihre Besetzung wehrten. Der Name Skravena wird erstmals in einem türkischen Dokument von 1576 erwähnt.
Unter der Führung von Georgie Apostolov, der Mitglied des Giorgevoer Revolutionskomitees war, zog eine Gruppe von 12 Mann der Botevaer Schar in Richtung Ljutibrod. Als sie den Fluß Iskra überqueren wollten, gerieten sie in einen Hinterhalt. Sie konnten sich zur Schafskoppel der Maria Zolovka nach Rashov Dol retten. Nach kurzer Zeit trafen jedoch reguläre Truppen und Freischärler unter dem Kommando von Mechmed Selimooglu ein und die Koppel wurde umstellt. Beim anschließenden Gefecht wurde die Gruppe vollständig aufgerieben. Die rasenden Cherkesen warfen sich über die leblosen Körper und trennten ihnen die Köpfe ab. Sie spießten sie auf und begaben sich nach Orchanie um Trinkgelder einzufordern.
Am 03.Juni 1876 wurde die ganze Bevölkerung gezwungen die unmenschliche Feier der Sieger mitanzusehen. Zwei Dorfälteste wurden ausgewählt um mit Bestechung zu erwirken, das die Köpfe der "Feinde" im Dorf verbleiben. Am selben Abend wurden sie von den Frauen gewaschen, in Leinentücher gewickelt und unter der Anwesenheit von drei Geistlichen im Kirchengarten bestattet.
Am 03.Juni 1934 wurden die Gebeine, auf Initiative des Popen Georgie, ausgegraben, in eine spezielle Vitrine gelegt und in die Kirche verlegt. Das "Beinhaus-Denkmal" ist das einzige seiner Art in Bulgarien. 1934 wurde Orchanie in Botevgrad umbenannt.
Die nächste Station war Botevgrad und der "Uhrturm"
Botevgrad und der Uhrturm /Ботевград/ (Nr.: 81)
Die Stadt trägt den Namen des Volkshelden Christo Botev.
Die erste Siedlung wurde von den Thrakern im V. Jh. v.u.Z. gegründet. Während der Römerzeit war das Dorf zum Zentrum eines wichtigen Kreuzweges zwischen Nord- und Südbulgarien. Auf Grund der Nähe zur römischen Straße wurde der Ort von den Bewohnern verlassen und 3km weiter südlich wurde ein neuer Ort errichtet mit dem Namen "Selin". Während der zweiten Hälfte des XVIII Jh. siedelten sich die Einwohner von Selin wieder am Platz der heutigen Stadt an und der Ort erhielt den Namen "Samundschievo".
Der Uhrturm wurde 1864 vom Meister Vuno Markov aus dem Dorf  Vrachesch erbaut. Der Originaluhrmechanismus wird momentan im Stadtmuseum aufbewahrt, und der jetzige wurde von Uhrmachern in Etara ausgearbeitet, wobei die Teile aus dem Ausland eingeführt wurden.
1866 wurde eine wichtige Militärstraße (Ruse-Sofia) durch das Dorf geführt und auf Vorschlag des türkischen Reformators Mitach Pascha wurde der Ort zur Stadt erklärt. Die neue Stadt erhielt den Namen "Orchanie" - nach dem Sultan Orchan Gasi. Die Verwendung des Name Samundschievo wurde unter Androhung von Strafe verboten aber die Einwohner nahmen den Namen Orchanie nicht an und nannten sie deshalb nur noch "Kasabata" (auf türkisch Stadt).
Sie beteiligten sich aktiv am bewaffneten Kampf gegen die türkischen Unterdrücker. Im Dezember 1870 kam der Apostel der Freiheit - Vassil Levski - nach Orchanie und gründete ein Revolutionskomitee. Zur Zeit der Aprilunruhen 1867 befand sich die Bevölkerung bei den letzten Vorbereitungen zum Aufstand und mußte die schreckliche Niederschlagung miterleben. Die Zerschlagung der Schar von Botev während der Schlacht mit den türkischen Freischärlern und sein Tod waren der Grund, das am 01.Dezember 1934 der Ort den Namen "Botevgrad" erhielt. Dieses Datum wurde auch als Feiertag der Stadt gewählt.
Von Botevgrad fuhren wir dann auf direktem Weg nach Blagoevgrad und gegen 17:00 Uhr waren wir am Ziel. Am Abend machten wir es uns gemütlich und zogen Bilanz. In 4 Tagen hatten wir eine Menge neuer Eindrücke gesammelt und rund 1200 km zurückgelegt.


14.10.2006
Nach dem Frühstück und den letzten Einkäufen ging es zurück nach Sofia. Der Mittagstisch war wieder reichlich gedeckt. Nach dem Mittag streifte ich noch einmal über den Sofioter Basar "Schenski basar" und besorgte ein paar Gewürze.


15.10.2006
Pünktlich um 16:30 Uhr ging der Flieger zurück nach Frankfurt. Bei der Paßkontrolle gab es keine Probleme und die Anmeldung wollte auch niemand sehen.
© Fank Roloff, letze Änderung am 05.10.2021
Zurück zum Seiteninhalt