Reisebericht August 2004 - Bulgarien

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Impressionen
August 2004
07.08.2004 - 29.08.2004

Abflug am 07.08.2004 vom Flughafen Frankfurt/Main mit der Boeing 737-300 um 19:00 Uhr. Es gab eine leichte Verspätung und so  kamen wir um 22:30 auf dem Flughafen Sofia an.
Ein erster Anruf und wir wurden von unserer Bekannten abgeholt. Kaum in der Wohnung angekommen, sahen wir den gedeckten Tisch und zur Begrüßung gab es wie immer einen „Ракия“ (Schnaps). Nach dem „Abendessen“ und ausgedehnten Plausch erst einmal Nachtruhe.
Sofia /София/ ist eine der ältesten Städte Europas und liegt ungefähr im Zentrum der Balkanhalbinsel. Die Stadt liegt auf einer Fläche, welche sich von 600 bis 900 Meter über dem Meeresspiegel erstreckt. Im V. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebten hier die Thraker vom Stamme der Serden. Später, ungefähr 30 Jahre vor unserer Zeitrechnung, eroberten die Römer das Gebiet. Unter dem Herrscher Trajan wurde im II. Jahrhundert die Stadt Serdika gegründet, sie wurde auch unter dem Namen Ulpia Serdika bekannt. 271 wurde Serdika die Hauptstadt der Provinz Dacia mediterranea. Im Jahre 447 brannten die Hunnen die Stadt nieder. Während der Zeit des Herrschers Justijan (527-565) erhielt die Stadt eine Stadtmauer, Reste sind heute noch im Zentrum in der Unterführung zwischen dem Ministerrat und dem Archäologischen Museum zu sehen. Von 1018-1085 fiel die Stadt unter byzantinische Herrschaft, war danach wieder bulgarisch und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte des Balkans. Von 1382-1879 fiel die Stadt unter osmanische Herrschaft. Seit 1879 ist sie die Hauptstadt des unabhängigen Bulgarien.


Am Sonntag (08.08.2004) standen wir früh auf, da wir zum Mittag schon das nächste Treffen mit Studienkollegen hatten. Die Anmeldung (bei der Polizei) musste ausfallen, da dies nur von Montag bis Sonnabend möglich ist. Beim Tauschen im Change-Büro gab es keine Probleme, jedoch muss man die Preise vergleichen. Sie schwankten zwischen 159 Leva. und 195 Leva für 100 €. Neben den „Хали“- den zentralen Markthallen – setzten wir uns dann gemütlich zu Kaffe und Bier und planten den weiteren Tagesablauf. Als nächstes stand dann „Sofialand“ auf dem Plan. Da wir mittlerweile 7 Personen waren, fuhr der eine Teil mit dem Auto und der Rest orderte sich ein Taxi (Einsteigetax: 40 Stotinki, pro Kilometer: 39 Stotinki). Die Preise für die Fuhrgeschäfte schwankten zwischen 2-3Leva. Für 12,00 Leva kann man auch eine Tageskarte kaufen. Zum Kaffee folgte ein Ausflug nach Simjonovo in die „Сладкарница“ (Konditorei, Cafe).  Da wir eine große Gruppe waren, mussten wir ein paar Mal die 3!!! Etagen nach einem freien Tisch ablaufen. Es schien sich ganz Sofia hier zu versammeln. Anschließend fuhren wir in die Stadt zurück und machten es uns im Studentenstädtchen gemütlich.  Zum Abendessen gab es einen ordentlichen Regenguss. Den Abschluss bildete ein Spaziergang zurück zu unserem Quartier, wo schon wieder ein gedeckter Tisch auf uns wartete.


Am Montag (09.08.2004) fuhren wir auf die Polizei um uns anzumelden. Es verlief alles ohne Probleme und dauerte auch nur 15 Minuten. Es folgte ein „Ausflug“ in die Metro. Am Nachmittag machten wir einen ausgiebigen Spaziergang über den Witoscha-Boulevard bis zum NDK und für die Rückfahrt nahmen wir ein Taxi.


Am Dienstag (10.08.2004) fuhren wir nach Bojana um unseren Mietwagen abzuholen. Der Taxifahrer hatte einige Probleme die Adresse zu finden. Das Auto war leider noch nicht fertig und wir mussten eine halbe Stunde warten - es wurden noch alle Reifen getauscht. Für 30 € am Tag waren alle Kilometer und Versicherungen bereits inklusive.


Am Mittwoch (11.08.2004) hieß es dann das Auto beladen und Abfahrt nach Burgas (387 km). Die Autobahn ist bis Plovdiv gut gepflegt und ohne Schlaglöcher und auch die Ausschilderung ist in den letzten 3 Jahren bedeutend besser geworden. Zum Mittag ein kurzer Zwischenstopp und das erste Mal tanken. Die Preise für Benzin sind stark gestiegen. Wir waren mit einem Diesel unterwegs und mußten pro Liter 1,32 –1,35 Leva (ca. 67 ct.) bezahlen. Das Wetter war herrlich und wir waren froh eine Klimaanlage zu haben.


Am Freitag (13.08.2004) hieß es wieder Sachen packen und Abfahrt nach Sosopol (30 km). Da wir nur eine Nacht bleiben wollten, nahmen wir das erste Hotel (pro Bett 22,00 Leva)  und sahen uns dann die Altstadt an. Wir kehrten in verschiedene Gaststätten ein und mussten feststellen, das die im vorderen Teil gelegenen meist doppelt so teuer waren (z.B. Rakia: 2,30 Lv. weiter hinten 1,20 Lv.).
Sosopol /Созопол/ ist eine der ältesten Städte an der bulgarischen Schwarzmeerküste und liegt auf einer malerischen Halbinsel. Ausgrabungen belegen die Besiedlung durch die Traker als erste Einwohner. Im Jahre 620 vor unserer Zeitrechnung war die Stadt eine reiche Hellenische Kolonie und ein unabhängiger Stadtstaat – Apolonia-Pontika. Seit dem Beginn des IV. Jahrhunderts trägt sie den Namen Sosopol - Stadt der Erlösung (Errettung). Die Stadt hielt den Angriffen der Barbaren vom II. bis zum VII. Jahrhundert stand und wurde im Jahre 812 unter Khan Krum bulgarisch, später jedoch von Byzanz erobert (972-1366). Danach erlebte Sosopol seine Wiedergeburt und wurde im XIII. Jahrhundert ein großes Hafenzentrum. Nachdem die Stadt im Jahre 1453 unter osmanische Herrschaft fiel, kam es zum Verfall und die Stadt verkam zum armen Fischer- und Winzerdorf. Durch die außergewöhnliche Standhaftigkeit und Lebendigkeit der Einwohner erholte sich die Stadt noch vor der Befreiung von den Osmanen und einen besonderen Aufschwung gab es danach.


Am Sonnabend (14.08.2004) dann die Weiterfahrt nach Balchik mit einem Zwischenstopp in Nessebar. Da es noch früh am Morgen war – 9:00 Uhr – waren die Händler gerade damit beschäftigt ihre Stände zu öffnen und sich auf den Tag vorzubereiten. Im Kaffee gab es erst einmal Frühstück. Bei unserer Ankunft im Hotel Alex waren wir die ersten unserer Gruppe und haben gleich unser Zimmer bezogen. Für unser 3-Bett Zimmer haben wir pro Nacht 32,00 Leva bezahlt. Da wir bis zum Eintreffen der Anderen noch viel Zeit hatten, spazierten wir gemütlich am Botanischen Garten vorbei bis zum Meer. Die Eintrittspreise für den Botanischen Garten betragen für Ausländer 5,00 Leva und für Bulgaren 1,00 Lev. Am Abend machten wir es uns im Hotel mit unseren Freunden auf der Terrasse gemütlich. Die Preise in der Gaststätte waren sehr günstig. Für ein Bier bezahlten wir 1,00 Lev, für einen Rakia (50gr.) 1,00 Lev, Salate von 0,80–2,00 Leva, für eine Flasche Wein 6,00-7,00 Leva, Pizza 3,50 Leva usw.
Balchik /Балчик/ ist eine kleine romantische Stadt am Ufer des schwarzen Meer und über 2600 Jahre alt.  Sie war bekannt als griechische Kolonie – Kruni. Sie war griechische und später byzantinische Festung - Dionisopolis. Später, als mittelalterliche Stadt, Karvuna, dann osmanisch und in der Folge wieder bulgarisch mit dem Namen Balchik. In den Jahren 1443/44 war die Stadt unter militärischer Besatzung der polnisch-ungarischen Armee des Königs Vladislav Jagelo Varnenchik III. und 1604 unter den Donkosaken. In dieser Zeit entstand die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung wie z.B. türkischsprachige Christen (Gagaußen und Tartaren). Von 1913–1915 und von 1919-1940 gehörte Balchik zu Rumänien. In dieser Zeit wurde der Palast der rumänischen Königin gebaut und der botanische Garten angelegt.


Am Sonntag (15.08.2004) war der Himmel bewölkt und so stand der Besuch des Aladscha-Klosters auf dem Programm. Es ist ein Felsenkloster und liegt im Naturpark „Златни пязици“ (Goldstrand). Da die Wolken sehr schnell verschwanden ging es am Nachmittag an den Strand nach Kranevo. Der Schirm kostete dort 3Leva. Am Abend fuhren wir in das Restaurant „Дълбоко“ (Tief), das direkt am Fuße der Steilküste hinter Kavarna liegt. Der Weg ist nicht ausgeschildert und es ist nur über unbefestigte Straßen zu erreichen. Der Abstieg war mit unserem Jeep jedoch kein Problem.
Aladscha Kloster /Аладжа Манастир/ – Das Felsenkloster ist nur wenige Kilometer vom Goldstrand entfernt und gehört zum Nationalpark "Goldstrand". Bis Varna sind es 16 Kilometer. Der Name Aladscha Kloster ist auf das türkische Wort für bunt (aladscha) zurückzuführen. Wahrscheinlich wurde er wegen der kräftigen Farben der mittelalterlichen Wandmalereien gewählt. Die Daten über die frühe Geschichte des Klosters sind sehr spärlich und unsicher. Die Mönchszellen sollen jedoch bereits im IV. Jahrhundert entstanden sein. Archäologische Ausgrabungen belegen Funde aus der frühbyzantinischen Epoche – Münzen aus der Zeit von Konstantin (IV.Jh.). Das heißt jedoch nicht, dass bereits ein Kloster bestanden hat. Wahrscheinlicher ist, dass die Höhlen als Unterkunft der armen Bevölkerung oder als Versteck vor den Angriffen der Barbaren genutzt wurden. Die Benutzung solcher Felsenbehausungen ist typisch für die Nordostküste Bulgariens gewesen. Bewiesen ist, dass das Kloster im XII. Jahrhundert in der endgültigen Form bestand. Die Mönchszellen, die Gemeinschaftsräume sowie die Kapellen wurden direkt in die Kalksteinfelsen geschlagen, sie befinden sich auf zwei Etagen und waren durch außenliegende Treppen miteinander verbunden. Auf der unteren Etage befanden sich die Mönchszellen, die Küche, der Aufenthaltsraum und eine kleine Kirche. Die obere Etage war nur für die Kapelle vorgesehen. Es sind nur noch wenige Wandmalereien erhalten, die meisten davon in der Kapelle. Das Kloster ist ein Kulturdenkmal und im Hof der Anlage befindet sich ein kleines Museum. Einige hundert Meter weiter befindet sich eine weitere Klosteranlage – Die Katakomben. Hier sind aber nur einige Reste erhalten geblieben.


Am Montag (16.08.2004) ging es wieder an den Strand nach Kranevo, diesmal kostete der Schirm nur 2 Leva da wir 200 Meter weitergezogen waren. Am Nachmittag spazierten wir noch mal in Balchik die Uferpromenade entlang und gönnten uns ein Bier in einer der vielen Gaststätten am Hafen.


Am Dienstag (17.08.2004) fuhren wir ins Delphinarium nach Varna. Die Eintrittspreise betragen 16 Leva für Ausländer und 7 Leva für Bulgaren. Bis zur Vorstellung hatten wir noch fast 2 Stunden Zeit und so statteten wir dem Aquarium einen Besuch ab. Leider war nur die erste Etage geöffnet. Auch diese Etage benötigt dringend eine Renovierung. Am Nachmittag fuhren wir nach Albena zu einem kurzen Rundgang. Bei der Ausfahrt mussten wir 2 Leva Taxe bezahlen. Am Nächsten Tag wurde die Kurort-Taxe aufgehoben, dafür wurden kostenpflichtige Parkplätze eingerichtet und einige Straßen gesperrt.


Am Mittwoch (18.08.2004) fuhren wir an den Strand nach Albena. In der „Alten Eiche“ am Strand wollten wir eine Kleinigkeit zum Mittag essen. Das Essen war nicht frisch und relativ teuer – kann ich niemanden empfehlen. Das war das letzte Mal, das wir dort etwas gegessen haben.


Am Donnerstag (19.08.2004) fuhren wir wieder an den Strand nach Albena. Zum Mittag ging es ins Hotel zurück und am Abend fuhren wir zum „нос Калиакра“ (Kap Kaliakra), um uns die Reste der alten Festungsanlagen anzusehen. In einer halben Stunde kann man das ganze Gelände erlaufen. Da es schon 19:30 Uhr war, brannte die Sonne nicht mehr so stark und wir haben schöne Bilder vom Sonnenuntergang gemacht. Die Eintrittspreis für Ausländer betragen 4Leva und für Bulgaren 50 Stotinki.
Kap Kaliakra /Нос Калиакра/ liegt 12 Kilometer östlich von Kavarna und 60 Kilometer nordöstlich von Varna. Die Küste ist steil und die Felsen fallen bis zu 70 Meter ab. Der Name änderte sich in den Jahrhunderten mehrmals – Tetrasiada, Akre und Kaliakra. Er bedeutet schönes Kap (aufgrund der roten Farbe der Felsen).  Nach der Legende ergoss sich das Blut der Verteidiger der Festung, aus dem IV. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, über die Felsen und so erhielten sie ihre Farbe. Später fiel die Festung unter römische und byzantinische Herrschaft. Im Mittelalter wurden die Gebäude als muslimisches Religionszentrum genutzt.  Reste dieser Siedlungen sind auch heute noch zu sehen. In einer Höhle befindet sich ein kleines Museum mit einigen Zeugen der bewegten Geschichte des Kaps. Um das Kap Kaliakra ranken sich viel Legenden. Es wird erzählt, dass sich 40 bulgarische Jungfrauen an den Haaren zusammengebunden haben und sich dann ins Meer stürzten, um den türkischen Unterdrückern nicht in die Hände zu fallen. Es wurde ein Obelisk errichtet, -  „Das Tor der 40 Jungfrauen“,  um an dieses Ereignis zu erinnern. Eine andere Legende erzählt vom Heiligen Nikola – dem Beschützer der Seefahrer. Er versuchte den Türken zu entkommen und die Erde unter seinen Füssen verlängerte sich auf das Meer hinaus aber ohne Erfolg. Er wurde gefasst und umgebracht. An der Spitze des Kaps wurde eine kleine Kapelle errichtet, die sein Grab symbolisiert.


Am Freitag (20.08.2004) hatten wir uns mit Bekannten in Rusalka verabredet. Hier gibt es schöne kleine Buchten, allerdings keinen Sandstrand sondern der „Sand“ besteht aus Muschelschalen. Das Wasser ist wunderbar klar und so konnten wir Schnorcheln und Muscheln sammeln, die dann zum Mittag gekocht wurden. Am Abend saßen wir, wie so oft, in großer Runde auf der Terrasse im Hotel Alex bei Speis und Trank.


Am Sonnabend (21.08.2004) hieß es Abschied von Balchik nehmen und weiter ging die Reise nach Levski (290 km).
Levski /Левски/ liegt im zentralen Teil der Donauebene. Der Ort entstand während der osmanischen Fremdherrschaft als kleines Dorf mit dem Namen Karaach (Schwarzulme). 1879 wurde der Ort umbenannt und erhielt den Namen des „Apostels der Freiheit“ Vassil Levski. Am 03.08.1945 wurde dem Ort der Stadtstatus verliehen.


Am Sonntag (22.08.2004) machten wir einen Ausflug zum „KRUSCHUNA-WASSERFÄLLE“, ein Park in der Nähe mit vielen Brücken und Höhlen.


Am Montag (23.08.2004) besuchten wir das Trojan-Kloster (36km von Lovetch entfernt) und den Ort Trojan.
Das Trojan Kloster /Троянски манастир/ liegt 400 Meter über dem Meeresspiegel, ca. 10 km südöstlich der Stadt Trojan, es ist das größte Kloster im Balkangebirge und wurde im Geiste der bulgarischen Wiedergeburt errichtet. Einige Jahre nach dem Untergang des 2. Bulgarischen Reiches gründete ein Einsiedler das Kloster. Zuerst errichtete er eine kleine Hütte und baute später eine Kirche dazu. Schnell erlangte der Einsiedler die Achtung der Einwohner und wurde um Gebete und Rat ersucht. Bis ins Jahr 1830 durchlebte das Kloster schwere Zeiten, wurde oft überfallen, zerstört und die Mönche umgebracht. Im Jahre 1830 erhielt es seine Unabhängigkeit und entwickelte sich zu einem geistigen und kulturellen Zentrum. Die Klosterkirche wurde im Jahre 1835 errichtet. Die einzelnen Teile der Anlage wurden von unterschiedlichen Baumeistern gestaltet, bilden aber trotzdem eine harmonische Einheit. Die Wandmalereien in der Kirche sind vom bekannten Meister Sahari Sografski und die Ikonen von verschiedenen Meistern der Samokover-Schule. Während der Zeit des Russisch-Türkischen Krieges wurde das Kloster als Lazarett genutzt. Die Kirche des Klosters beherbergt eine seltene Ikone mit drei Händen, von denen nur 3 (5?) Stück in Bulgarien gibt.


Am Dienstag (24.08.2004) besuchten wir das Drjanovo-Kloster (29 km von Veliko Tarnovo entfernt). Vom Kloster ist leider nicht sehr viel erhalten geblieben. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir dann die Höhle „Bache Kiro“. Sie ist 12 km lang, aber nur 250m sind für Besucher freigegeben. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter nach Trjavna. Hier gibt es einen historischen Stadtkern aus der Wiedergeburtszeit. Einige Häuser sind schon sehr schön renoviert worden, jedoch gibt es auch hier noch viel Arbeit und es ist viel Geld nötig.
Das Drjanovo Kloster /Дряновски манастир/ wurde  2km nördlich vom jetzigen Standort von den sich auflehnenden tarnovoer Bojarenbrüdern Asen und Peter gegründet. Im XIV. Jahrhundert lebten im Kloster viele Mönche. Im XV. Jahrhundert wurde es durch die osmanischen Eroberer zerstört,  jedoch später an einem anderen Standort wiedererrichtet. An seinem jetzigen Platz wurde es zum Ende des XVII. Jahrhunderts erbaut. Die Kirche war einschiffig und zum Teil in die Erde eingegraben und stand neben der heute vorhandenen. Eine Erneuerung der Klosteranlage fand während der Zeit des Rafael in den 40-ziger Jahren des XIX. Jahrhunderts statt.  Es wurde ein Wohnflügel am Fluß errichtet und 1845 wurde die neue Kirche vollendet. Zum Ende des Jahrhunderts war das Kloster eine der größten religiösen und kulturellen Stätten im Tarnovoer Gebiet. Die Mönche beteiligten sich aktiv an den Kämpfen zur Befreiung vom türkischen Joch. Im Kloster befand sich eines der Hauptquartiere des „Zentralen Bulgarischen Revolutionskomitees (BZRK)“. Deshalb hielten sich Vassil Levski und Georgie Ismirliev oft hier auf. Weiterhin gab es ein geheimes Lager für Lebensmittel und Waffen. Während der Zeit des Aprilaufstandes verwandelte der Trupp des Popen Xariton und Bache Kiro mit 40 Mann das Heilige Kloster in eine Festung. Die Schlacht mit der Türkischen Übermacht von 200 Mann überlebten jedoch nur wenige. Da der Trupp lange standhielt, wurde Verstärkung angefordert und zwei Geschütze in Stellung gebracht. Das Kloster wurde weitgehend zerstört, nur die Kirche von 1845 überstand den Beschuss relativ unbeschädigt. Nach der Befreiung von den Türken, wurden ein neuer Klosterflügel und eine Gedenkstätte für die Gefallenen erbaut. 1925 wurde der Glockenturm der Kirche errichtet. Seit einem Jahr werden die Wandmalereien in der Kirche erneuert.


Am Mittwoch (25.08.2004) ging es wieder nach Sofia zurück.


Am Donnerstag (26.08.2004) wollten wir mit dem Lift ins Witoschagebirge nach Aleko fahren. Der Kabinenlift in Simjonovo arbeitet aber nur Freitag und am Wochenende und so fuhren wir nach Dragalevzi zum Sessellift. Dort hieß es erst in 20 min. würde der Lift wieder gestartet werden. Nach dem ganzen Hin und Her hatten wir keine Lust mehr zu warten und sind mit dem Auto bis Aleko gefahren. Bis zum „Черни връх“ (Schwarzer Gipfel) wollten wir an diesem Tag nicht laufen, also folgte ein 2-stündiger Spaziergang. An der Umgehungsstraße von Sofia (околовръстен път) liegt der Park „Знаме на Мира“ (Banner des Friedens). Dort sind Glocken aus über 80 Ländern und Organisationen aufgestellt. Da ich bereits vor vielen Jahren einmal dort war, sind wir, trotz fehlender Ausschilderung, irgendwie hingekommen. Das Läuten der Glocken ist nur den Kindern gestattet.


Am Freitag (27.08.2004) fuhren wir nach Borovets (ca. 70 km von Sofia entfernt),  einem Wintersportort im Rilagebirge. An diesem Tag waren nur 19°C, wir hatten natürlich unsere Jacken dabei und ab und zu fing es leicht an zu regnen. Im Sommer sind die Hotelpreise dort erschwinglich, ab ca. 12 Leva pro Person und Nacht. Nach dem Mittag ging es wieder nach Sofia zurück. Die Fahrt dauerte recht lange, da es kaum Überholmöglichkeiten gab und viele LKW unterwegs waren. Das hat aber so manchen nicht vom Überholen abgehalten.


Am Sonnabend (28.08.2004) wurde unser Mietwagen abgeholt. Insgesamt haben wir über 2500 km in 18 Tagen zurückgelegt und viel gesehen. Da es noch früh war fuhren wir mit dem Taxi zur Löwenbrücke, spazierten anschließend über den „женски пазар“ (Basar) und dann weiter bis zur Universität.


Am Sonntag (29.08.2004) wurden die letzten Sachen verstaut und nach dem Mittagessen ging es zum Flughafen. Der Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung. Jetzt war unser Urlaub endgültig zu Ende. Wir haben viel gesehen und neue Eindrücke gewonnen. Spätestens in 2 Jahren geht es auf die nächste Rundreise.
© Fank Roloff, letze Änderung am 05.10.2021
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