Reisebericht Juli 2008 - Bulgarien

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Impressionen
Juli 2008
12.07.2008 - 02.08.2008


Abflug am 12.07.2008 vom Flughafen Frankfurt/Main um 20:00 Uhr. Leider gab es Verspätung und so landeten wir erst gegen 23:30 Uhr in Sofia. Jetzt brauchten wir noch ein Taxi für 4Personen mit drei großen Taschen und einem Koffer. Es gibt 2 offizielle Taxistände am Flugplatz und so orderten wir uns am Schalter ein Taxi zu ortsüblichen Preisen. Ein paar Minuten später war das Gepäck verstaut und wir fuhren zum Hotel.


13.07.2008
Am Morgen wurde ausgiebig gefrühstückt und danach entschlossen wir uns einen Ausflug ins Witoschagebirge zu machen. Der Kabinenlift arbeitet nur von Freitag-Sonntag und da das Thermometer an diesem Tag die 30°C Marke anstrebte, kam uns der Ausflug ins Gebirge gerade recht.  Mit dem Taxi fuhren wir bis zur Liftstation. Der Parkplatz war gut gefüllt und wir reihten uns in die Schlange der Wartenden ein. Von Aleko machten wir uns an den Aufstieg zum Cherni Vrach (Черни Връх). Nach 2 Stunden hatten wir es geschafft.
In der Bergstation holten wir uns eine Suppe und heißen Tee aus Bergkräutern. Nach dem wir uns gestärkt hatten, ging es auf den Rückweg. Einen Teil legten wir zu Fuß zurück und dann nahmen wir einen Sessellift bis zur Station Aleko. Mit dem Kabinenlift ging es wieder ins Tal. Da wir noch kein Auto hatten, wollten wir uns ein Taxi rufen, wurden jedoch plötzlich auf deutsch angesprochen ob wir ein „Taxi“ benötigten und wo wir hin wollten. Da ein Teil der Geschäfte auch am Sonntag geöffnet haben, fuhren wir zum City Center Sofia.
Nach einem Bummel durch die Etagen und den ersten Einkäufen fuhren wir zum Hotel zurück.


14.07.2008
Nach dem Frühstück fuhren wir zu einem Bummel in die Stadt, sahen uns verschiedene Sehenswürdigkeiten an und schlenderten über den Markt (женски пазар). Nach dem Mittagessen holten wir unseren Mietwagen ab. Für einen Skoda Fabia zahlten wir 22,00 € pro Tag incl. aller Versicherungen und Kilometer.
                             
                                 Der Markt                                                                              Die Rotunde

Sofia /София/ ist eine der ältesten Städte Europas und liegt ungefähr im Zentrum der Balkanhalbinsel. Die Stadt liegt zwischen  600 bis 900 Meter über dem Meeresspiegel. Im V. Jh. v.u.Z. lebten hier die Thraker vom Stamme der Serden. Später, ungefähr 30 Jahre v.u.Z., eroberten die Römer das Gebiet. Unter dem Herrscher Trajan wurde im II. Jahrhundert die Stadt Serdika gegründet, sie wurde auch unter dem Namen Ulpia Serdika bekannt. 271 wurde Serdika die Hauptstadt der Provinz Dacia mediterranea. Im Jahre 447 brannten die Hunnen die Stadt nieder. Während der Zeit des Herrschers Justijan (527-565) erhielt die Stadt eine Stadtmauer, Reste sind heute noch im Zentrum in der Unterführung zwischen dem Ministerrat und dem Archäologischen Museum zu sehen. Von 1018-1085 fiel die Stadt unter byzantinische Herrschaft, war danach wieder bulgarisch und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte des Balkans. Von 1382-1879 fiel die Stadt unter osmanische Herrschaft. Seit 1879 ist sie die Hauptstadt des unabhängigen Bulgarien.


15.07.2008
Heute ging es von Sofia nach Plovdiv. Das Hotel hatten wir bereits von zu Hause aus gebucht und nach dem das Gepäck verstaut war, ging es los. Gegen Mittag kamen wir an und checkten erst einmal im Hotel ein. Mit dem Taxi fuhren wir bis zur Hauptpost und schlenderten über die Fußgängerzone. In der Altstadt besuchten wir das Ethnographische Museeum und ruhten uns anschließend am Amphitheater in einem kleinen Kaffee aus. Nach einem Regenguß setzten wir unseren Rundgang fort. Am Abend trafen wir uns mit bulgarischen Freunden in einer gemütlichen Gaststätte.
Plovdiv /Пловдив/ (Nr.:41) liegt an der Maritza und ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens. Sie ist eine der ältesten Städte in Europa; Zeitgenosse von Troja und älter als Rom, Athen und Konstantinopel.
Die Geschichte Plovdivs ist eng mit den thrakischen Stämmen der Bessi und der Odrysen verbunden. Sie errichteten auf den drei Hügeln die erste befestigte Siedlung und nannten sie Evmolija. Im Jahre 342 v.u.Z. wurde der Ort von Phillip II. (Vater von Alexander dem Großen) beherrscht.
Er ließ eine Stadtmauer errichten und nannte den Ort PHILIPPOPHOLIS (Stadt des Phillip). Die mazedonische Herrschaft dauerte jedoch nur ein halbes Jahrhundert und nach dem Tod von Alexander dem Großen kam es zum Aufstand. Von Seuthes III. wurde das thrakische Königreich wieder hergestellt. Durch die Uneinigkeit der thrakischen Stämme konnte die Stadt 278 v.u.Z. von den Kelten zerstört werden. Zwischen dem III. Jh. und dem V. Jh. wurde die Stadt zwei weitere Male zerstört, einmal durch die Goten und dann durch die Horden von Attila dem Hunnenkönig.
Über zwei Jahrhunderte dauerte die Unterwerfung der thrakischen Territorien durch die Römer. Erst 72 v.u.Z. wurde das gesamte Gebiet um die Maritza eingenommen und somit auch die Stadt. Sie erhielt, von den Römern,  den Namen Trimontium (Stadt der drei Hügel). Trimontium wurde später, im II.-III. Jh.,  Hauptstadt der römischen Provinz „Thrakia-Romana“ und erhielt das Recht Steuern zu erheben, Zölle zu verlangen und besaß eine eigene Münzprägerei. In dieser Zeit erreichte die Stadt seinen ökonomischen und kulturellen Höhepunkt. Es wurden eine Reihe öffentlicher Gebäuden errichtet, Bäder, Stadien und Theater. Sie wuchs über die drei Hügel hinaus und dehnte sich bis ins Tal aus. Es wurde eine neue Stadtmauer errichtet, die jetzt die gesamte Stadt umschloß. Es gab ebenfalls eine moderne Wasserversorgung und Kanalisation.
Während der Kreuzzüge wurde Plovdiv zwei Mal zerstört. Bis zur Einnahme durch die Türken wechselte die Herrschaft alleine 15 Mal. Die Plovdiver Garnison leistete den türkischen Truppen erbitterten Widerstand und konnte etliche Attacken zurückschlagen. Die Türken entdeckten jedoch einen Teil der Wasserversorgung beim Dorf Markovo und unterbrachen sie. So konnten sie 1364 die Stadt einnehmen und sie erhielt den Namen Filibe. Im Zentrum des osmanischen Imperiums verlor Plovdiv seine Bedeutung als Festungsstadt. Sie entwickelte sich jedoch zu einem wichtigen ökonomischen Zentrum und wurde eine Stadt der Händler und Handwerker.
Die Nationale Widergeburt erweckte auch den bulgarischen Geist. Es wuchs eine bulgarische Mittelschicht heran, die einen immer stärkeren Einfluß auf die Gesellschaft erlangte. Durch den Handel mit Europa und Russland wurde sie offen für moderne politische und kulturelle Anschauungen. Plovdiv spielte eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung der bulgarischen Bildung. Im Jahre 1839 wurde hier die erste bulgarische Schule gegründet. Weiterhin wurden in Plovdiv die erste Druckerei und der erste Verlag gegründet. Am Abend des 16.01.1878 wurde Plovdiv von der osmanischen Fremdherrschaft befreit.


16.07.2008
Nach dem Frühstück ging es weiter nach Glavatarzi ins Familienhotel Trifon Zaresan. Die erste Station auf unserem Weg dorthin war das Bachkovo Kloster. Vom Parklpatz zum Kloster gibt es sehr viele neue Verkaufsstände. Hier haben wir uns gleich mit Gewürzen eingedeckt.
Das Bachkovo Kloster /Бачковски манастир/ ist das zweitgrößte Kloster Bulgariens. Es befindet sich in der Nähe der Stadt Assenovgrad und wurde 1083 von den grusinischen Brüdern Grigori und Apassi Bakuriani gegründet. Das Kloster trug zu Beginn den Namen Petrichki, so wie die Festung die sich unweit davon befand. Das Kloster durchlebte stürmische Zeiten und wurde mehr als einmal überfallen und geplündert. Im XII. Jahrhundert, während der Zeit des 2. Bulgarischen Staates, unter der Herrschaft von Zar Ivan Alexander (zweiter Stifter des Klosters ) blühte das Kloster von neuem auf.
Eine wichtige Zeit für das Kloster ist das Ende des XIV. Jahrhunderts, als Bulgarien unter die Herrschaft der Osmanen geriet und der letzte bulgarische Patriarch Eftimi hierher verbannt wurde. Die äußeren Gebäude bilden ein Rechteck mit einem großen Innenhof. In diesem befinden sich drei Kirchen. Die Kirche St. Trojza (erbaut 1604), St. Archangels aus dem XII. Jahrhundert und die Kirche St. Nikola (erbaut 1834-1837). Die älteste Kirche, die St. Archangels ist einschiffig und mit einer Kuppel versehen. Sie ist ausgeschmückt mit Wandmalereien des bekannten Künstlers Sahari Sografski. Der Speisesaal wurde im Jahre 1643 aus Natursteinen und Ziegeln errichtet und ebenfalls mit kostbaren Wandmalereien ausgeschmückt. Die Wandmalerei im nördlichen Teil des Speisesaales wurde 1843 ebenfalls von Sahari Sografski ausgeführt und stellt eine Gesamtansicht des Klosters und seiner Umgebung dar.
Vom Bachkovo Kloster ging es weiter zu den "Wundervollen Brücken (Чудните Мостове)". Je höher wir kamen, um so kälter wurde es . Auf dem Parkplatz mußten wir erst einmal dickere Sachen auspacken, da ein eisiger Wind wehte und die Temperatur unter 10°C gefallen war.
Die Wundervollen Brücken /Чудните Мостове/ befinden sich in einem Areal von 40,3 Hektar in einer Höhe von 1450 m über dem Meeresspiegel. Die Naturbrücken bestehen aus Marmor, durch die sich der Fluß in Jahrhunderten seinen Weg bahnte. Die Größere der beiden Brücken hat eine Länge von 96m, ist 15 m breit und 70 m hoch. Die Gewölbedicke beträgt rund 20m. Der große Bogen hat eine Höhe von 43 m und eine Breite von 45 m. Die 200 m weiter unterhalb liegende Brücke ist 50 m hoch mit einem Tunnel, der 30m hoch ist und 60 m in den Felsen führt. Dort verschwindet der Fluß im Dunkeln und tritt erst nach 1,5 km wieder ans Tageslicht.

Nach dem wir uns in der Hischa (Baude) gestärkt hatten, fuhren wir wieder nach Assenovgrad zurück und dann weiter nach Glavatarzi. Am späten Nachmittag kamen wir an und bezogen unser Quartier im Familienhotel Trifon Zaresan für die nächsten zwei Tage. Das Appartement für zwei Personen kostete 50 Leva pro Tag. Am Abend machten wir es uns auf der Terasse zum Abendbrot gemütlich.


17.07.2008
Da hervorragendes Wetter war aßen wir am Morgen auf der Terasse Frühstück. Danach brachen wir nach Tatul auf, um uns "Das Heiligtum der Orpheus" anzusehen. Vom Hotel sind es rund 30 Kilometer. Mit EU-Mitteln wurde von 2007-2008 eine umfangreiche Konservierung durchgeführt. Es wurden neue Wege angelegt um leichter von Tatul dort hin zu gelangen (ca. 1 Kilometer). Als wir ankamen, wurden noch letzte Arbeiten durchgeführt. Der Eintritt kostet 4 Leva pro Person, für Schüler 2 Leva. Da wir eine Familie waren, zahlten wir den Familienpreis von nur 4 Leva für alle vier.
Das Heiligtum (Tempel) des Orpheus ist die dritte bedeutende Kultstätte in den östlichen Rhodopen, sie befindet sich 20 Kilometer südlich vom Perperikon, in der Nähe des Dorfes Tatul und ist rund 6000 Jahre alt. Um mit dem Auto von einem zum anderen Ort zugelangen, muß man leider einen Umweg über Kardschali machen, da heute der Stausee "Studen Kladenez" die früher vorhandene Verbindung unterbricht. Zur Zeit der Traker legten diese den Weg vom Perperikon nach Tatul in 3-4 Stunden zurück. Auf dem Gipfel befindet sich ein viereckiger, aus dem Stein gehauener Sarkophag, der einmal mit einem Deckel versehen war. Der Legende nach ist dies das Grab des Orpheus. Seitlich, im östlichen Teil, befindet sich ein weiterer, aus dem Stein gehauener Sarkophag. Zwischen beiden Kammern gibt es eine Verbindung, durch die man eine unbekannte Flüssigkeit von der oberen in die untere Kammer laufen ließ. Bei Ausgrabungen wurden über 30 Opferaltare aus der Bronzezeit gefunden. Die Gräber wurden bereits im Mittelalter durch Grabräuber geplündert.
Die Besichtigung dauerte ungefähr eine Stunde. Auf dem Rückweg machten wir in Karschali halt und besuchten den Basar. Der neue Basar ist überdacht und es gibt auch einige Imbisstände. Nach dem wir uns gestärkt hatten, fuhren wir nach Glavatarzi zurück und machten es uns am Pool gemühtlich. Es waren ca. 30°C und die Abkühlung kam gerade recht.


18.07.2008
Heute hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und alle Sachen wurden im Auto verstaut. Das nächste Mal werden wir länger hier bleiben, da es noch viel in dieser Gegend zu sehen gibt. Das heutige Tagesziel war Yambol und die erste Station auf dem Weg das Perperikon. Seit unserem letzten Besuch 2005 wurden weitere, umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Die Straße und der Parkplatz waren in der Zwischenzeit fertiggestellt worden. Für den Parkplatz zahlten wir 1 Lev aber keiner wollte Eintrittsgeld haben. Zur besseren Orientirung haben wir uns eine Karte gekauft. Der Aufstieg war bei über 30°C recht beschwerlich und Schatten gab es nicht.
Perperikon /Перперикон/, die heilige Stadt der Thraker, befindet sich auf einem steinernen Hügel ca. 20 Kilometer nordöstlich von Kardschali und wurde vor 6000 Jahren gegründet. Seit 2000 wurde mit umfangreiche Ausgrabungen begonnen, die nach und nach die Dimensionen dieser grandiosen Felsenstadt freilegen. In seiner Blütezeit nahm die Stadt mit ihren Vororten eine Fläche von 12 Quadratkilometer ein und hatte 10 000 Einwohner. Auf dem Gipfel erhob sich ein gigantischer Tempel umgeben von Wohnvierteln, Palästen und Kultstätten. Die untersten Etagen wurden direkt aus dem Felsen geschlagen. Im Jahre 2007 wurde der größte Wassertank in den Rhodopen, mit einer Länge von 25 m und einer Tiefe von 6 m gefunden. In diesem Jahr wurde eine Mittelalterliche Festung mit sechs Wehrtürmen entdeckt. Die größte der Türme war 14 m hoch.
"Als Octavian, Vater des Augustus, sein Heer irgendwo durch die entfernten Länder geführt und im Heiligen Gebirge des Dionysos das Orakel des Gottes nach dem Schicksal seines Sohnes befragt hatte, war ihm von den Priestern bestätigt worden, dass sein Sohn der Herrscher der ganzen Welt werden würde, denn nachdem der Wein über den Altar geflossen war, war der Feuerrauch über dem Gipfel der Heiligstätte sogar bis zum Himmel empor gestiegen. Ein Omen wie dieses hatte selbst Alexander der Große bekommen, als er Opfer an diesem selben Altar dargebracht hatte."
(Gaius Suetonius Tranquillus , deutsch Sueton genannt, römischer Schriftsteller u. Kaiserbiograph)
Nach der Besichtigung ging es weiter nach Yambol. Auf dem Weg nach Haskovo kamen wir noch an den Steinpilzen vorbei, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten. Als wir in Yambol ankamen, bezogen wir unsere Zimmer und machten noch einen kurzen Abstecher zum Supermarkt. Für dem Abend reservierten wir uns einen Tisch im Garten des Hotels und ließen den Tag gemühtlich ausklingen.


19.07.2008
Der erste Abschnitt unser Rundreise näherte sich dem Ende und es ging weiter ans Meer zum Sonnenstrand. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch die alte thrakische Königsstadt Kabile.
Kabile /Кабиле/ (Nr.:99), die alte thrakische Königsstadt, liegt ca. 9 Km von Jambol entfernt. Sie wurde im IV. Jh. v.u.Z. von Philipp von Mazedonien und im II. Jh. von den Römern erobert.
Der Tempel der Antiken Stadt befand sich auf einem Plateau des „Sajchi-Vrah“ – /Hasen Gipfel/. Fragmente antiker Keramikgefäße werden heute noch an den steilen Hängen gefunden. Vom Gipfel hat man einen herrlichen Blich über die Thrakische Tiefebene und das Tundsha-Tal. Der Name der Stadt Kabile ist verbunden mit der Göttin Kibela, die im Tempel von den Thrakern verehrt wurde.
Der Beginn des organisierten städtischen Lebens  begann mit der Eroberung durch Philipp von Mazedonien im IV. Jh. v.u.Z.. Beweise dafür sind Münzenfunde mit den Bildnissen der Eroberer und Amphoren für den Weinhandel mit den Inseln Hios und Tassos. Im III. Jh. v.u.Z. wurden Münzen mit dem Abbild der Statue der Göttin Artemida Phosphoros – dem Symbol der Stadt - geprägt. Die Einwohner schafften die Königsmacht ab und ersetzten sie durch  einen Stadtrat.
Nach der Eroberung durch die Römer 72 v.u.Z. blühte die Stadt auf und wurde zu einem Militär-, Transport- und Handelszentrum der römischen Provinz Thrakien. Die Ruinen von römischen Bädern, öffentlichen Gebäuden, Kasernen, Stadttoren und Festungsmauern beeindrucken mit ihren Ausmaßen. Die monumentale, dreischiffige Basilika mit Mosaikfußboden und die Kleinere, einschiffige mit einem Taufbecken stammen aus dem IV. Jh.. Sie sind Zeitzeugen des frühen Christentums. Kabile wurde 583 von den Awaren eingenommen und zerstört. Aus dieser Zeit datiert ein Schatz, bestehend aus 64 goldenen Münzen.
Nach der Besichtigung ging es weiter und nur zum Mittag machten wir noch einmal Rast. Das Apartment am Sonnenstrand hatten wir bereits von zu Hause gebucht. Die Anlage war leicht zu finden (ELIT III) und Parkplätze waren ausreichend vorhanden.
Die Ausstattung war ordentlich mit Schlafzimmer, Wohn- und Essbereich und einer kleinen, offenen Küche. In beiden Räumen gab es auch eine Klimaanlage und Kabelfernsehen. Pro Tag bezahlten wir 45,00 €. Zum ersten Mal packten wir unsere Sachen für eine längere Zeit aus. Der Komplex besaß einen großen Pool, wo es immer freie Liegen gab, die natürlich kostenlos waren. Es gab einen kleinen Supermarkt, der relativ teuer war. Da wir uns selbst verpflegten, fuhren wir zum Einkaufen immer nach Nessebar. Nach dem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir an die Poolbar zum Mittagessen. Anschließend machten wir einen ausgedehnten Spaziergang am Strand entlang.
Am Abend trafen wir uns mit bulgarischen Freunden im Zentrum am Hotel Kuban. Nach einem Bummel durchs Zentrum suchten wir uns ein gemütliches Restaurant.
20.07.2008
Heute ging es an den Strand. Für den Sonnenschirm und Liege mußten wir je 7,00 Leva bezahlen. Am Abend gingen wir zum Abendessen wieder ins Zentrum.
21.07.2008
Heute machten wir es uns am Pool gemütlich und am späten Nachmittag sind wir mit der Bimmelbahn nach Nessebar gefahren. Seit zehn Jahren wird an diesem Tag das Fest des Brotes gefeiert. Nach einer kurzen Rede des Bürgermeisters gab es Folkloretänze und Gesang. Zum Abendessen suchten wir uns ein Restaurant am Meer.
                        
                                   Feiertag in Nessebar                                                 Restaurant in Nessebar
22.07.2008
Der Strandbesuch stand auch heute wieder auf dem Plan. Am Nachmittag fuhren wir noch einmal nach Nessebar. Da die Taxipreise nicht mehr feierlich sind, teurer als in Deutschland, sind wir mit dem Bus gefahren (kostet 1 Lev pro Person). Eigentlich gibt es dort keine großen Veränderungen.
Nessebar /Несебър/ Die Altstadt ist gerademal 850 Meter lang und 350 Meter breit. Im Laufe seines Bestehens verlor sie ein Drittel ihrer Fläche an das Meer. Reste der Festungsmauern kann man heute unter der Wasseroberfläche ca. 80 Meter vom Ufer entfernt entdecken. Es sind nur noch Reste der westlichen Stadtmauer mit dem Stadttor erhalten geblieben. Die nessebarer Halbinsel wurde vor über drei Jahrtausenden zum Ende der Bronzezeit besiedelt. Die antiken Thraker nannten die Stadt Melsambria was „Stadt des Melsa“ heißt. Es gab zwei großzügige Häfen, einen im Norden und einen im Süden. Bis heute findet man dort noch Ausrüstungsgegenständer antiker Schiffe.
Ende des VI. Jh. v.u.Z. siedelten sich die ersten griechischen Kolonisten an. Das damalige Dorf wurde mit Verteidigungsmauern versehen, Kirchen, Schulen und Theater gebaut. Langsam verwandelte es sich in eine Stadt mit klassischem Aufbau und Leitung. Neben dem Schiffbau entwickelten sich verschiedene Handwerke, speziell die Metallbearbeitung. Die Stadt hieß jetzt Messambria und fing im Jahre 440 v.u.Z. an, eigene Münzen zu prägen. Die Blütezeit wurde zwischen dem III. und II. Jh. v.u.Z. erreicht als eigene Goldmünzen geprägt wurden. Die Stadt unterhielt lebendige Handelsbeziehungen mit den Städten am Schwarzen Meer, an der Ägäis und am Mittelmeer.
Im Jahr 72 v.u.Z. wurde die Stadt, ohne Gegenwehr, von römischen Soldaten eingenommen. Nach der Besetzung wurde sie im I. Jh. in das römische Reich eingegliedert und erhielt den Namen Messembria. Die Festungsmauern und die öffentlichen Gebäude blieben unangetastet. Nessebar hatte das Recht Bronzemünzen zu prägen und blieb ein wichtiges Handels- und Kulturzentrum am Schwarzen Meer.
Die Umsiedlung der Hauptstadt des Römischen Reiches nach Konstantinopel und die Übernahme des Christentums als Staatsreligion schufen gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Schwarzmeerstädte. In Messembria wurden die Stadtmauer errichtet, neue christliche Kirchen - die Basilikas, ein Wasserleitungssystem und städtische Bäder erbaut. Die zentrale Kirche trug den Namen der Heiligen Sofia, so wie in Konstantinopel.
Während er Zeit des ersten Bulgarischen Staates wird Messembria oft als Schnittpunkt der bulgarisch – byzantinischen Beziehungen bezeichnet. So zum Beispiel nach der Schlacht bei Ongula , als der Imperator Konstantin von Khan Asparuch vernichtend geschlagen wurde und in die Stadt kam, um seine Gicht zu behandeln. Sicher badete er in den erst unlängst von Archäologen entdeckten Bädern. Im Jahre 705 traf hier der spätere byzantinische Imperator Lav Siri auf Kahn Tervel und seine Truppen, die auf dem Weg nach Konstantinopel waren. Zum ersten Mal gehörte die Stadt im Jahre 812 zu Bulgarien als Kahn Krum sie im Sturm eroberte. Danach siedelten  sich Slaven und Bulgaren an. Die Slaven nannten die Stadt Nessebar. Während des XII. und XIII. Jh. entwickelte die Stadt eine rege Händelstätigkeit mit den Mittelmehrgebieten und den Fürstentümern nördlich der Donau. Es wurden neue Kirchen gebaut und mit Wandmalereien ausgeschmückt „Hl. Stefan“ – XI. Jh. und „Hl. Ivan Krastitel“ – XI. Jh. Sie sind die Prototypen der späteren Kirchenmeisterwerke aus dem XIII.-XIV. Jh.
Einen weiteren Aufschwung erlebte die Stad zur Zeit der Herrschaft von Zar Alexander. Es wurden weitere Kirchen errichtet und in der Umgebung der Stadt entstanden eine Reihe neuer Klöster. Diese wurden zu Zentren des bulgarischen Hesychasmus und aus ihnen gingen eine Reihe bulgarischer Patriarchen hervor.  Die Zarenfamilie und Zar Alexander erteilten den Klöstern weitreichende Privilegien und tätigten großzügige Spenden. Nach der Überlieferung hatte Nessebar während seines Bestehens ca. 40 Kirchen. Momentan gibt es bestätigte Daten über 26.
Im Jahre 1366 wurde Nessebar von den Rittern des D‘Amede von Savoy eingenommen und später der Herrschaft des byzantinischen Imperators übergeben. Im Jahre 1396 fiel die Stadt zum ersten Mal unter türkische Herrschaft. Endgültig wurde die osmanische Herrschaft im Jahre 1453, als auch Konstantinopel fiel.
Der Hafen blieb weiter ein wichtiger Export- und Importumschlagplatz am Schwarzen Meer. Bis ins XVIII.-XIX. Jh. blieben auch einiger der Klöster um Nessebar erhalten.
Aus der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt sind viele Häuser erhalten geblieben. Sie sind typische Vertreter des Schwarzmeerbaustiles. Seit dem Ende des XIX. Jh. ist Nessebar eine kleine Stadt mit den Haupterwerbszweigen Fischfang, Weinproduktion und Flachsanbau. Seit 1959, nach dem Bau des Erholungskomplexes  „Sonnenstrand“, nimmt der Tourismus einen immer größeren Stellenwert bei der Entwicklung von Nessebar und der Umgebung ein.
23.07.2008
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Burgas um Bekannte zu besuchen. Auf dem Rückweg fuhren wir über Ravda und waren zum Abendessen im Restaurant "Die Barbaren". Wir hatten nicht reserviert aber noch einen Tisch bekommen. Es gab Livemusik und das Essen wurde "barbarisch" aufgetischt.
                                
                               Burgas                                                                              Restaurant "Die Barbaren"


26.07.2008
Heute fuhren wir vom Sonnenstrand weiter zum Goldstrand, um uns dort mit Bekannten zutreffen. Dort blieben wir zwei Tage, bevor es weiter nach Levski gehen sollte. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und das Hotel war leicht zu finden. Nach dem wir uns eingerichtet hatten, machten wir einen kurzen Abstecher an den Strand. Am Abend trafen wir uns zum Abendessen in einem der vielen Restaurants. Die Preise waren im Durchschnitt ca. 20% höher als am Sonnenstrand.
27.07.2008
Da unsere Bekannten noch nie im Aladschakloster waren, fuhren wir vor dem Mittag dorthin. Auf unser Reise von 2004 besuchten wir das Kloster bereits schon einmal. Am Abend machten wir es uns zum Abendessen noch einmal in einem der vielen Restaurants gemütlich.
Aladscha Kloster /Аладжа Манастир/ Das Felsenkloster ist nur wenige Kilometer vom Goldstrand entfernt und gehört zum Nationalpark "Goldstrand". Bis Varna sind es 16 Kilometer. Der Name Aladscha Kloster ist auf das türkische Wort für bunt (aladscha) zurückzuführen. Wahrscheinlich wurde er wegen der kräftigen Farben der mittelalterlichen Wandmalereien gewählt. Die Daten über die frühe Geschichte des Klosters sind sehr spärlich und unsicher. Die Mönchszellen sollen jedoch bereits im IV. Jahrhundert entstanden sein. Archäologische Ausgrabungen belegen Funde aus der frühbyzantinischen Epoche – Münzen aus der Zeit von Konstantin (IV.Jh.). Das heißt jedoch nicht, dass bereits ein Kloster bestanden hat. Wahrscheinlicher ist, dass die Höhlen als Unterkunft der armen Bevölkerung oder als Versteck vor den Angriffen der Barbaren genutzt wurden. Die Benutzung solcher Felsenbehausungen ist typisch für die Nordostküste Bulgariens gewesen. Bewiesen ist, dass das Kloster im XII. Jahrhundert in der endgültigen Form bestand.
Die Mönchszellen, die Gemeinschaftsräume sowie die Kapellen wurden direkt in die Kalksteinfelsen geschlagen, sie befinden sich auf zwei Etagen und waren durch außenliegende Treppen miteinander verbunden. Auf der unteren Etage befanden sich die Mönchszellen, die Küche, der Aufenthaltsraum und eine kleine Kirche. Die obere Etage war nur für die Kapelle vorgesehen. Es sind nur noch wenige Wandmalereien erhalten, die meisten davon in der Kapelle. Das Kloster ist ein Kulturdenkmal und im Hof der Anlage befindet sich ein kleines Museum.
Einige hundert Meter weiter befindet sich eine weitere Klosteranlage – Die Katakomben. Hier sind aber nur einige Reste erhalten geblieben.


28.07.2008
Nach dem Frühstück hieß es wieder Koffer packen und weiter ging es nach Levski. Auf dem Weg machten wir einen Zwischenstopp in Veliko Tarnovo und statteten dem Zarevetshügel einen Besuch ab.
Veliko Tarnovo /Велико Търново/ ist eine der ältesten Städte Bulgariens mit einer fünftausenjährigen Geschichte. Der älteste Teil, aus der Zeit als sie die Haupstadt des zweiten Bulgarischen Königreiches war (1187-1393), liegt auf drei Hügeln – Zarevetz, Trapesiza und Sveta Gora. Nach Zeitgenossen war Veliko Tarnovo im Mittelalter das neue Jerusalem, Rom und Konstantinopel in Einem.
Im Jahre 1185 erklärten die Brüder Assen und Peter in der Kirche „Hl. Dimitar“ das Ende der 167 Jahre andauernden Herrschaft Byzanz und riefen Veliko Tarnovo zur Hauptstadt des neuen Bulgarischen Königreiches aus. Die mittelalterliche Stadt wuchs schnell und entwickelte sich vom XII.-XIV. Jh. zu einer uneinnehmbaren Festung. Sie wurde zum bedeutendsten politischen, ökonomischen und religiösen Zentrum Bulgariens.
Der Zarevetshügel wird an drei Seiten von der Jantra eingeschlossen. Zur Zeit des zweiten Bulgarischen Staates wurde er vom Königshof, den Bojaren und dem Patriarchat bewohnt und durch Festungsmauern geschützt, die auf den steilen Felsen errichtet wurden.
Die Festung hatte drei Zugänge. Der Erste bestand aus einer Zugbrücke mit drei aufeinanderfolgenden Toren. Der Zweite (Das kleine Tor) verband Zarevetz mit dem Viertel Assenov und der Dritte mit Frenkhisar. Von den Türmen blieb nur einer erhalten, der heute den Namen Balduinturm trägt. Im Zentrum wurde der Königspalast errichtet. Er bestand aus dem Festsaal, der Kirche „Hl. Petka“, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie Unterkünften für die Wachen. Geschützt wurde der Palast durch starke Mauern und Wehrtürme.
Auf dem höchsten Punkt von Zarevetz stand die Kirche der Patriarchen „Възнесение Христово (Christi Himmelfahrt)“ mit einem viereckigen Glockenturm und daneben die Residenz des Patriarchen. Der Fund einer großen Anzahl von Grundmauern verschiedener Wohnhäuser und anderer Gebäude, die über den gesamten Hügel und den Palast verstreut sind, gibt Grund zu der Annahme, das Zarevetz nicht nur eine enge, abgeschlossene Festung war, sondern eine lebendige mittelalterliche Stadt.
Im Jahre 1598 brach der „Erste Tarnovoer Aufstand“ aus und Schischman der III. wurde zum Zaren gekrönt. Der Aufstand wurde nach drei Monaten niedergeschlagen, die Anführer getötet oder sie konnten sich nach Norden über die Donau retten. 1686 war die Stadt das Zentrum des „Zweiten Tarnovoer Aufstand“ unter der Leitung von Postislav Stratimirovitsch, der jedoch auch nach kurzer Zeit niedergeschlagen wurde.
Nach der Befreiung und der Unterzeichnung des Berliner Vertrages war Veliko Tarnovo kurzzeitig Hauptstadt - hier wurde 1879 die Gründungsversammlung der „Tarnovoer Verfassung“, die bis zum Jahre 1947 galt, einberufen und die „Erste Große Volksversammlung“, die Aleksander I. zum Fürsten von Bulgarien wählte.
Am späten Nachmittag kamen wir in Levski an und beim Ausladen der Sachen gab es einen starken Regenschauer und so mußte wir das weitere Abendprogramm nach Drinnen verlegen.


29.07.2008
Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zu den "Kruschuna-Wasserfällen". In den letzten Jahren waren wir immer auch in Kruschuna, wenn wir in Levski Station machten. Es wurden alle Brücken neu gemacht und mit einem Unterbau aus Stahlrohr und entsprechenden Geländern versehen. Weiterhin wurde ein Grillplatz angelegt und das Restaurant ausgebaut. Für die Erhaltung wurden pro Person 1,00 Lev Eintritt erhoben.


30.07.2008
Heute fuhren wir nach Pleven und besuchten das Panorama "Plevenska Epopeja".
Pleven /Плевен/ liegt in der Donautiefebene 174 Kilometer nordöstlich von Sofia. Sie ist die siebtgrößte Stadt Bulgariens (ca. 300.000 Einwohner /2006/) und  wurde erstmals in einem Dokument von 1266 erwähnt. Der Ort wurde bereits von den  Thrakern gegründet und erhielt den Namen Storgosia, den auch die Römer beibehielten. Die Slawen nannten ihn Kamenec. Seit dem XIII. Jahrhundert heißt der Ort Pleven.
Zur Zeit der osmanischen Fremdherrschaft war Pleven eine Garnisonsstadt, und entwickelte sich zu einem wichtigen Verwaltungs-, Handels- und Handwerkszentrum.
Während des russisch-türkischen Krieges (1877-1878) wurden hier erbitterte Schlachten geschlagen. Erst nach monatelanger Belagerung konnten die türkischen Truppen, nach einem erfolglosen Ausbruchsversuch am 10.12.1877, zur Aufgabe gezwungen werden.
Im Andenken an die Gefallenen dieser Kämpfe wurde 1907, am Platz der Nationalen Wiedergeburt, das Mausoleum „Sveti Georgi Pobedonosetz“ (Nr.:40) errichtet.
Außerhalb der Stadt, auf einem nahe gelegenen Hügel, befindet sich das Panorama (1977) „Plevenska Epopeja 1877“ /Video/ mit einer Fläche von 1725m2. Durch die Verbindung von gemalten Bildern und real gestaltetem Schlachtfeld erhält man einen lebendigen Eindruck von den Dimensionen der Schlachten um Pleven.

Im Anschluß fuhren wir in den Erholungspark Kajlaka. Am Abend saßen wir in großer Runde zusammen, da wir an nächsten Tag schon wieder weiterfuhren.
Kajlaka /Кайлъка/ Der Park befindet sich südlich von Pleven und wurde von General-Leutnant Ivan Vinarov gegründet. Er umfasst ca. 10 Hektar in einem Karst-Tal. Die Felsen ragen über 20 Meter in die Höhe und bieten gute Bedingungen zum Klettern. Weiter gibt es künstliche Seen, Boots- und Tretbootverleih, Schwimmbecken, Hotels, Kaffees, Restaurants, Diskotheken, Kinderspielplätze und einen Zoo.
Im Park befinden sich auch die Ruinen der Festung Storgosia, die 2005 mit Unterstützung von EU-Geldern restauriert wurde.


31.07.2008
Heute hieß es wieder Abschied nehmen und nachdem wir das Gepäck verstaut hatten ging es los über den Trojanpass weiter nach Koprivschtiza. Unsere Unterkunft (Borimechkovata kaschta) hatten wir im Internet gebucht. Das Doppelzimmer kostete 30,00 Leva. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Gassen der Stadt suchten wir uns zum Abendessen ein gemütliches Restaurant und ließen den Tag ausklingen.
Koprivschtiza /Копривщица/ liegt am Oberlauf des Flusses Topolnitza im Sredna Gora Gebirge. Der Ort steht, mit seinen über 250 Häusern aus der Wiedergeburtszeit, unter Denkmalsschutz und war einer der Hauptschauplätze des Aprilaufstandes.
Koprivschtiza entstand zum Ende des Zweiten Bulgarischen Staates. Wahrscheinlich wurde der Ort von Tarnovo-Bojaren gegründet, die nach dem Fall der Hauptstadt (V. Tarnovo) von dort flohen. Ein Beleg dafür ist die Sprachverwandtschaft zum Tarnovoer Gebiet und die Namen der Bojaren; Rodomir, Desimir, Debeljan usw..
Das Dorf wurde 1793 von den „Kardschali“ (entlaufene türkische Soldaten) ausgeplündert und angezündet. Bis 1810 wiederholte sich das Szenario nach zwei Mal. Die meisten Einwohner flohen in größere Städte wie Plovdiv und Kasanlak. Nach dem letzten Brand gab es fast kein unbeschädigtes Haus mehr. Die verbliebenen Bewohner machten sich an den Wiederaufbau und nach und nach wuchs der Ort zu beachtlicher Größe heran. In der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts lebten hier 12.000 Menschen in 1600 Haushalten. Der Handel und das Handwerk blühten auf. Es wurden Brücken, Wasserspender, ein Lesesaal und Kirchen gebaut, sowie eine Schule gegründet.
Am 20.April 1876 wurde, von Todor Kableschkov, der erste Schuß abgegeben und damit der Beginn des Aprilaufstandes ausgerufen. Nach der Niederschlagung wurde der Ort nicht zerstört, wie es zum Beispiel mit Pasardshik und Batak geschah. Wohlhabende Kaufleute und Handwerker kauften ihn den Türken ab und erhielten ihn somit der Nachwelt.
Der  Publizist, Journalist und Revolutionär Ljuben Karavelov wurde in Koprivschtiza geboren. Ein interessantes Exponat, der Ausstellung in seinem Geburtshaus, ist eine Druckerpresse, die er von der Serbischen Staatsdruckerei kaufte. Auf ihr wurden Revolutionsschriften von Botev, Levski und ihm selbst gedruckt. Nach der Befreiung wurde auf ihr die erste bulgarische Verfassung (Tarnovoer) gedruckt.


01.08.2008
Die letzte Station unser Reise war nun wieder Sofia. Wir besuchten noch einmal den Basar und machten die letzen Einkäufe. Am Abend trafen wir uns mit Freunden im Studentenstädtchen. Insgesamt hatten wir fast 2000 Kilometer zurückgelegt.


02.08.2008
Heute ging es wieder zurück nach Frankfurt. Die Maschine flog erst am Nachmittag, deshalb konnten wir uns genug Zeit beim Kofferpacken lassen. Das Gepäck wurde verteilt aber am Ende waren ca. 3 Kilogramm Übergepäck vorhanden. Bei der Abfertigung gab es keine Probleme und wir brauchten nichts bezahlen.
© Fank Roloff, letze Änderung am 05.10.2021
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