Reisebericht Juni/Juli 2010 - Bulgarien

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Impressionen
Juni/Juli 2010
26.06.2010 - 19.07.2010


Abflug am 26.06.2010 um 18:30 Uhr mit der Bulgaria Air mit dem Ziel Sofia. Nach der Ankunft steuerten wir wie gewohnt den Taxistand an und fuhren nach Musagenitza. Der Tisch war wie immer reichlich gedeckt und die Nacht nur kurz.


27.06.2010
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und wurden von unseren Bekannten aus Losen abgeholt. Das Wetter war nicht besonders gut aber trotzdem wagten wir den Versuch und wollten die Kirche "Hl. Nikolai" besichtigen. Leider sind die Kirchen jetzt alle verschlossen und obwohl uns zugesagt wurde, daß jemand da sein wird, standen wir vor verschlossener Tür.  So konnten wir uns nur das Außengelände ansehen und waren mal an der frischen Luft. Am Abend saßen wir in großer Runde am überreichlich gedeckten Tisch und sahen uns das Spiel Deutschland gegen England (4:1) an.
Das Dorf Losen /Село Лозен/ befindet sich 15 Kilometer östlich von Sofia am Fuße des Losener Gebirge ca. 700-900 Meter über dem Meeresspiegel. Obwohl nicht sehr hoch gelegen, bietet sich ein herrlicher Blick zum Witoscha, zum Rila  und zum Balkan. Vom höchsten Gipfel, dem Poluvrak (1182 m), kann man den Iskar-Stausee sehen.


28.06.2010
Heute holten wir unseren Mietwagen ab. Für den Opel Astra bezahlten wir pro Tag 22,00€, wobei alle Versicherungen und Kilometer wieder inklusive waren. Es ging nach Losen zurück und nach dem Mittagessen starteten wir  zum Kloster " Hl. Spas". Da der Weg durch den Regen nicht gut begehbar war, entschlossen wir uns mit dem Auto zu fahren. Normalerweise sind die 5 Kilometer gut zu Fuß zu bewältigen. Nach kurzer Fahrt über unbefestigte Waldwege erreichten wir das Kloster. Leider standen wir wieder vor verschlossener Tür. Aufgrund der ersten Pleite in Losen hatten wir vorher angerufen und es sollte jemand da sein, der uns aufschließt. Trotz mehrerer Telefonate war es nicht möglich an den Schlüssel zu kommen. Da der "Poluvrak" nicht mehr weit entfernt war, entschlossen wir uns einen kurzen Abstecher dorthin zu machen. Es waren nur noch 15 Minuten bis zum Gipfel aber plötzlich fing es an zu regnen. Unverrichteter Dinge mußten wir umkehren. Also ging es mit dem Auto wieder zurück. Im Dorf besuchten wir dann einen Onkel unserer Bekannten und schnell stand der Rakia auf dem Tisch. Nach  einer Stunde konnten wir uns endlich loseisen aber nur um dann zu Hause wieder am gedeckten Tisch zu landen.
Das Kloster Hl. Spas /Манастир "Св. Спас"/ befindet sich 5 Kilometer südöstlich von  Losen unterhalb des Poluvrak auf einer natürlichen Terrasse mit Blick auf die Sofioter Ebene.  Der Name des Klosters " Sv. Spas" wird von der volkstümlichen Bezeichnung für die Himmelfahrt Christi – Spasovden -  abgeleitet, da es keinen Heiligen mit dem Namen Spas gibt. Es wurde im XIII JH. gegründet und war Teil des Klosterkomplexes   " Sofiska mala sveta gora". Nachdem Bulgarien unter türkische Herrschaft fiel, wurde das Kloster im XIV JH. zerstört und erst im XVII JH. wieder aufgebaut.
Da die Mönche am Aufstand von 1737 teilnahmen, wurde das Kloster erneut zerstört. Im Jahre 1821 wurde eine neue Anlage auf den Grundmauern errichtet. Die Kirche "Hl. Christi Himmelfahrt" ist einschiffig, 14 Meter lang und 7 Meter breit. In den letzten Jahren wurde der Altar und die darin befindlichen Ikonen (1850-1890) restauriert und wieder in der Kirche aufgestellt. Auch die Wandmalereien in den drei Kuppeln wurden bereits restauriert. Die Fresken der gesamten westlichen Fassade sind leider komplett verblichen.


29.06.2010
Nach dem Frühstück machten wir einen Abstecher zum Kloster "HL. Ap. Peter und Paul /Манастир "Св. Ап. Петър и Павел"/, das im XX. JH. gegründet wurde. Heute war der Feiertag des Klosters und deshalb war mit einem großen Andrang zu rechnen. Am Nachmittag verstauten wir unser Gepäck und fuhren weiter nach Pernik. Wir trafen uns dort mit einem Studienfreund, den ich schon über 20 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Natürlich war auch hier der Tisch reichlich gedeckt. Es gab viel zu erzählen und die Nacht war kurz.


30.06.2010
Heute standen wir früh auf, da mein Bekannter wieder arbeiten mußte. Kurze Zeit später war er jedoch  wieder da und deshalb ging es nach dem Frühstück noch kurz in die Stadt und zur Festung  "KraKra". Bereits um 09:00 Uhr machten wir unseren Rundgang. Zu so früher Stunde waren wir deshalb auch die einzigen Besucher.
Die Perniker Festung /Пернишката крепост/ auch unter dem Namen KRAKRA bekannt wurde wahrscheinlich unter Han Omurtak, auf einem Felsenplateau am Ufer des Flusses Struma, im südwestlichen Teil der heutigen Stadt Pernik, erbaut. Sie wurde errichtet, um die Grenzen des bulgarischen Staates zu verteidigen und war als solche mächtig und stark befestigt. Später , im X und XI JH. war sie die Hauptfeste des mittelalterlichen Perniker Herrschers, des Bojaren Krakra, das Zentrum der Machtausübung und der Stab eines Verteidigungssystems, das aus weiteren 35 Festungen, die entlang der Struma gebaut wurden, bestand. Während seiner Herrschaft spielte sie eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Truppen von Zar Samuil bei seinen Schlachten mit dem byzantinischen Imperator Basileus II. Seit dieser Zeit trägt sie den Namen des ruhmreichen und mutigen Bojaren Krakra.
                        
                                  Eckturm mit Fahne                                                         Verteidigungswaffe
Die Legende besagt, daß er mit seinen Truppen einer 88 Tage andauernden Belagerung standhielt. Nach zahlreichen Verlusten zog der Imperator ab aber das Blut der gefallenen byzantinischen Soldaten tränkte die Erde am Fuße der Festung noch lange Zeit rot, woher auch der heutige Name der Gegend stammt – Blutiges Gelände. Die Festungsmauern hatten eine Stärke von 2 Metern und  folgten den natürlichen Windungen des Plateaus. Die Fläche beträgt 4,5 Dekar (4500 m2). In der Festung gab es  Wohngebäude, Administrations- und Wirtschaftsbauten sowie eine Reihe von Kirchen. Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem Münzen und ein Siegelring aus der Zeit von Zar Peter I. gefunden.
Die Besichtigung dauerte nur 15 Minuten und dann ging es weiter nach Blagoevgrad. Waren in Pernik noch dicke Wolken am Himmel, zerriß die Wolkendecke immer mehr, je weiter wir nach Süden kamen. Nach unserer Ankunft gab es etwas zum Mittag und da wir den Tag nicht einfach so verstreichen lassen wollten, fuhren wir los in Richtung Melnik. Die erste Station war jedoch Rupite. Seit unserem letzten Besuch wurde die Anlage erweitert und neue Hinweistafeln aufgestellt. Am Hang wurde 2009 begonnen das "Skulpturobjekt -  Das Kreuz" zu errichten. Die Bauarbeiten waren fast abgeschlossen.


Rupite /Рупите/
Baba Vanga - Sie wurde 1911 geboren und war eine bulgarische Wahrsagerin und Heilerin. Sie verlor durch "höhere" Mächte im Alter von 12 Jahren bei einem plötzlichen Sturm ihr Augenlicht. Ihre Voraussagen waren von absoluter Genauigkeit und deshalb wird sie oft mit dem berühmten amerikanischen Propheten Edgar Casy verglichen. Während ihrer Seancen fiel sie weder in einen tranceähnlichen Zustand noch stand sie unter Hypnose. An manchen Tagen empfing sie mehr als 100 Besucher und antwortete auf die unterschiedlichsten Fragen.
Ihre Gabe machte sie physisch stark und ausdauernd, deshalb schlief sie nur sehr wenig und ernährte sich kärglich. Wanga selbst schätzte ihre hellseherische Fähigkeit als eine Gabe Gottes ein, durch die sie für das große Leid entschädigt wurde, das sie als blinder Mensch auf der Erde zu ertragen hatte. Sie war eine streng gläubige, orthodoxe Christin und führte ein bescheidenes Leben. Wanga starb 1996 im Alter von 86 Jahren.
Und jetzt nach Melnik. Nach dem wir den Wagen geparkt hatten, spazierten wir zum Kordopulov Haus, wo wir gleich etwas Rotwein verkosten mußten und einen Rundgang durch die Gänge der Kellergewölbe unternahmen. Danach zum nahegelegenen Weinkeller wo wir uns "stärkten" und die sehr schmackhafte Lukanka bestellten. In den letzten Jahren sind einige neue Hotels entstanden, damit der Tourismus auch hier noch mehr in Schwung kommt. Im Juli war die Zahl der Touristen noch sehr überschaubar und so konnten wir noch einen gemütlichen Stadtrundgang machen.
Melnik mit Blick auf die Felsen
Melnik /Мелник/ liegt am südwestlichen Fuße des Piringebirges in einer wundervollen Landschaft auf einer Höhe von 437 Metern und ist nur 22 Kilometer von Sandanski entfernt. Hier herrscht ein fast Mittelmeer typisches Klima mit begrenzten Niederschlägen im Sommer. Durch den Ort fließt der "Melniker Fluß" - ein Seitenarm der Struma. Das Roschen Kloster ist 7 Kilometer entfernt und es führt ein Wanderweg dorthin, der an den "Melniker Pyramiden" vorbeiführt.
Melnik wurde das erste Mal, im Zusammenhang mit der Schlacht bei Belasitza, nach der der Ort zu Byzanz gehörte, in Aufzeichnungen aus dem XI JH. erwähnt. Als Grenzstadt zwischen Bulgarien und Byzanz wechselten die Besitzer im Laufe der Jahre sehr oft. In den ersten Jahren des XIII JH. wurde Aleksej Slav der Herrscher über die Westlichen Rhodopen und Melnik seine Hauptstadt. Daraufhin wurde die Stadt mit einer Mauer versehen. In der Mitte des XIII JH. wurde die Stadt Teil des "Nikeer Imperium". Sowohl von Zar Kalojan und auch vom byzantinischen Imperator wurden mehrmals ganze Familienclans hierher verbannt. Dadurch änderte sich häufig die Zusammensetzung der Bevölkerung und auch die Baustile. Viele der byzantinischen Häuser wurden bis ins XX JH. bewohnt.
Melnik fiel 1395 unter osmanische Herrschaft und wurde in das Kustendiler Sandschak eingegliedert. In den ersten Jahrhunderten der Fremdherrschaft verfiel die Stadt immer mehr. Erst zum Ende des XVIII und Anfang des XIX JH. lebte die Kultur und das geistige Leben wieder auf. Die Haupteinnahmequellen waren der Wein- und Tabakanbau. Der Wein wurde nach vielen Ländern Europas exportiert. Eine der bekanntesten Händlerfamilien waren die Kordopulovi. Ihr Haus mit dem großen Weinkeller ist heute als Museum zu besichtigen. In der Stadt gab es über 70 arbeitende Kirchen und in der Umgebung 4 Klöster. 1873 gab es in Melnik 1030 Haushalte - 650 Muslime, 2000 Bulgaren und 560 Griechen. In der zweiten Hälfte des XIX JH. verfiel Melnik wieder und die Einwohner siedelten sich in anderen Orten, wie z.B. Gorna Dschumia (heute Blagoevgrad) und anderen Städten in ganz Bulgarien an. Die Stadt wurde am 17 Oktober 1912 von den Osmanen befreit. Seit 1968 ist sie eine Museumsstadt. Heute sind die Haupteinnahmequellen die Wein- und Tabakproduktion sowie der Tourismus.
Auf dem Rückweg machten wir Halt an der Kartbahn in Blagoevgrad und drehten ein paar Runden.Wir waren fast die Einzigsten und so gab es genug Platz, um sich an die Bahn zu gewöhnen und die eigenen Grenzen auszutesten.



01.07.2010
Bisher hat uns das Wetter nicht im Stich gelassen. Natürlich ist es kälter als in den letzten Jahren aber 23-26 °C sind vollkommen ausreichend. Auch Heute geht es wieder in Richtung Pirin. Die erste Station ist der " Pirin Golf & Country Club" in der Nähe von Bansko. Hier wurden mehrere Golfplätze angelegt und auch eine ganze Reihe von Hotels errichtet. Die gesamte Anlage ist eingezäunt und am Eingang sitzt eine Sicherheitsfirma. Eine Besichtigung war jedoch kein Problem.
Die nächste Station war das kleine Dorf Dobarsko wo der Besuch der Kirche “Heiliger Th. Tiron und Heiliger Th. Stratilat“  /Цирква "Св. Т. Тирон и Св. Т. Стратилат/ auf dem Programm stand.
Die Kirche ist ein Beweis der Baukunst einheimischen Meister aus der Region um Dobarsko. Für den Bau wird das Jahr 1614 angenommen aber es gibt eine Reihe von Umständen, die zu dem Schluß führen, das sie viel älter ist oder mindestens  auf dem Fundament einer älteren Kirche errichtet wurde. Die Kirche hat die Form einer dreischiffigen „Pseudo-Basilika“  wodurch die Möglichkeit gegeben ist mehr Platz für Wandmalereien zu erhalten. Sie wurde 1977 zum Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung erklärt und gehört zu den 100 nationalen, touristischen Objekten (Nr. 3)
Die einmaligen Wandmalereien bedecken den gesamten Innenraum – ca.160 m2.Hier gibt es Darstellungen, die sonst nirgends zu sehen sind, Jesus in einer „kosmischen Rakete“ („Verklärungsszene“) und Jesus landet in einer „kosmischen Kapsel“ („Auferstehungsszene“). Weiterhin gibt es Darstellungen von nicht weniger als 30 weiblichen Heiligen und der Heilige Kiril Philosoph wurde in dieser Kirche zum ersten Mal als Heiliger dargestellt. Im Fußboden ist eine Marmorplatte eingelassen mit dem Abbild eines zweiköpfigen Adlers mit einer Krone und dem byzantinischem Wappen welches die Jahreszahl 1122 trägt. An einer Säule sind in einem Loch der Aufbau und die verwendeten Materialien zu sehen. Spezialisten datierten daraufhin den Kirchenbau  auf das XI-XII.  Jahrhundert. Im Vorraum liegt eine Karte aus der Zeit des zweiten Bulgarischen Staates, auf dem Dobarsko mit dem Zeichen einer Kirche versehen ist.
Die Krieger des Samuil, die nach der Schlacht bei Belasitza (1014)  geblendet worden sind, befanden sich auf dem Weg zum Rilakloster und Überwinterten hier. Sie fanden Linderung durch das Wasser einer kleinen Quelle, die im Hof der Kirche entspringt und der heilende Wirkung zugesprochen wird.
Alle diese Dinge führen zu der logischen Schlussfolgerung, daß die Kirche bedeutend älter sein muß.
Zur Mittagszeit suchten wir ein Restaurant und fanden im Dorf ein relativ neues Hotel mit Restaurant, großer Terrasse und Swimmingpool. Leider war das Wetter schlechter geworden und so zogen wir es vor, nicht auf der Terrasse zu sitzen. Das Essen war gut und sehr preiswert. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es nach Blagoevgrad zurück. Am Nachmittag legten wir wieder einige Runden auf der Kartbahn zurück. Da auch heute kein großer Andrang war absolvierten wir gleich 2 x 11 Runden. Der Abend klang in einem Restaurant im historischen Viertel "Varoscha" aus.


02.07.2010
Die letzten Tage gab es ein strammes Programm, deshalb ging es heute etwas gemütlicher los. Wir blieben in Blagoevgrad und ruhten uns aus. Am Abend fuhren wir wieder nach Sofia zurück, um unseren Sohn und seine Freundin vom Flugplatz abzuholen.


03.07.2010
Die erste Woche war fast um und zu viert ging es weiter nach Plovdiv. Dort wollten wir uns eigentlich mit einem Studienfreund treffen aber leider waren sie kurzfristig verreist. So quartierten wir uns erst einmal in unserem Hotel ein (Expo Hotel, 65,00 Leva pro Apartment für 2 Personen). Beim Schlendern durch die Fußgängerzone hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Restaurant mit einem großen Fernseher für das Spiel am Abend. Wir wurden dann auch fündig und setzen uns auf die Terrasse vom "Happy Bar & Grill". Da es aber sehr heiß war, entschieden wir uns doch lieber die klimatisierten Räume vorzuziehen. Es gab im Inneren auch "nur" 10 weitere Flachbildfernseher in den unterschiedlichsten Größen. Einige Tische waren bereits reserviert, jedoch fiel es nicht schwer einen passenden auszusuchen, da in jede Richtung irgendein Fernseher eingesehen werden konnte. Es gab auch ein großes Angebot an Sushi und deshalb bestellten wir uns als weiteren Gang die Hausempfehlung für 35,00 Leva. Alles wurde frisch zubereitet und schmeckte hervorragend. Das Spiel gegen Argentinien war super und die Stimmung im Restaurant dementsprechend. Auch die Verlierer gratulierten uns zum Sieg und so wurde es ein gelungener Abend.




04.07.2010
Da wir nur für eine Nacht in Plovdiv waren, ging es weiter nach Glavatarzi. Vor zwei Jahren haben wir hier schon einmal einen kurzen Zwischenstopp im Trifon Zaresan für zwei Tage eingelegt. Da es uns super gefallen hat, blieben wir diesmal eine ganze Woche.
Nach der Ankunft bezogen wir unsere Apartments ( 50,00 Leva pro Nacht und Apartment), spazierten an den Stausee und besorgten uns unterwegs noch ein paar Getränke fürs Zimmer. Morgens war meist gutes Wetter gewesen, am Nachmittag bezog es sich jedoch oft, so daß der Pool nur ein paar Mal genutzt wurde.
Zum Abendbrot machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich und genossen den Sonnenuntergang. Für vier Personen haben wir zum Abendbrot ca. 70,00 Leva bezahlt. Dabei waren für jeden mindestens ein Hauptgericht, Salate, Wein, Rakia und alkoholfreie Getränke.


05.07.2010
Frühstück gab es auf der Terrasse. Nur einen Tag regnete es am Morgen und da mußten wir in die Mehana ausweichen. Heute stand die Teufelsbrücke auf unserem Ausflugsplan. Einmal war ich schon dort aber das leider nur bei Dunkelheit. Es sind ungefähr 35 Kilometer bis Ardino und von dort noch einmal 10 Kilometer. Soweit ich mich erinnern konnte, war nur ein unbefestigter Weg vorhanden. Der Beginn war jedoch vielversprechend, da der Weg mit Asphalt ausgebaut wurde. Leider dauerte diese Freude nicht lange und der mir bekannte Weg begann – unbefestigt. Dieser verlangte die volle Aufmerksamkeit und so war uns nicht klar, wie weit wir schon gekommen waren. An einer geeigneten Stelle stellten wir das Auto ab und gingen zu Fuß weiter. Der Weg schien endlos und so kehrte ich nach ca. einem Kilometer um und holte das Auto. Wir konnten dann noch einige Kilometer weiterfahren, bis es nur noch mit einem Jeep weitergegangen wäre. Wir parkten das Auto so gut es ging und legten den letzten Kilometer zu Fuß zurück.
Die Teufelsbrücke /Дяволския Мост/ war Teil einer mittelalterlichen Handelsstraße aus dem XV JH., die die obertrakische Tiefebene mit den Rhodopen verband. Sie hat eine Länge von 56 Metern und der mittlere Bogen ist 11,50 Meter hoch. Der Fluß ist an dieser Stelle gerade so breit, das der Teufel von einem zum anderen Ufer springen konnte - daher der Name Teufelsbrücke (so besagt es zumindest die Überlieferung).
Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg und da wir langsam hungrig wurden, legten wir in Kardschali einen Zwischenstopp ein. Am Nachmittag versuchte ich mein Glück beim Angeln aber außer Krebsen hat nichts gebissen. Am Abend ließen wir den Tag wieder auf der Terrasse ausklingen.


06.07.2010
Nach dem Frühstück, bei herrlichem Sonnenschein, fuhren wir zur Höhle Utroba. An der Straße stand nur ein kleines Hinweisschild, das wir beim ersten Mal nicht für voll nahmen. Also hieß es wieder umdrehen. Außer dem Schild gab es keinerlei Angaben über die Entfernung von der Straße bis zur Höhle.
Mit EU-Geldern wurde der Weg neu gestaltet und auch mehrere Pavillons errichtet, um sich auszuruhen oder bei schlechter Witterung unterzustellen. Nach einer Stunde erreichten wir die Höhle. Unterhalb wurde eine Schutzhütte errichtet in der es auch einen Kamin gibt.
Die Höhle Utroba (Schoß, Mutterleib) /Пещера Утроба/
Das Thrakische Heiligtum besteht aus einem natürlichen, horizontalen Spalt, welcher künstlich erweitert wurde. Sie ist wahrscheinlich aus dem XI-X JH. v. u. .Z. Die Ausrichtung ist genau von Süden nach Norden, wobei der Eingang sich im Süden befindet.
Die Höhe und Breite betragen ungefähr 2,50 Meter. Am Ende wurde ein Altar mit einer Höhe von 1,30 Meter aus dem Stein gehauen und in die Decke wurde ein Spalt geschlagen, durch den täglich um 12:00 Uhr ein Sonnenstrahl fällt, einige Minuten zu sehen ist, länger wird und sich dem Altar nähert, wobei er die Form eines Phallus bildet. Im August ist der Strahl ca. 2 Meter lang.
Im Februar oder Anfang März erreicht er eine Länge von 22 Metern und reicht bis in das Loch im Altar. Dort verharrt der Phallus unter leichtem vibrieren ca. 1-2 Minuten. Diese Erscheinung symbolisiert die Befruchtung der Mutter Erde durch den Sonnengott und ist nur einmal im Jahr zu sehen. Eine Höhlenforscherin konnte diesen Vorgang filmen. Der genaue Tag ist den Forschern aber bis heute nicht bekannt, da das Datum der Aufnahme unbekannt ist. Aus dem Felsen tritt ständig Wasser aus, das sich in einer Vertiefung am Fuße der Höhle sammelt. Dieser Strom versiegt auch in der warmen Jahreszeit nicht. In der Religion der Thraker (Orphismus) sind Kultstätten in den Bergen nur in Höhlen mit fließendem Wasser zu finden. Die Höhle war für die Thraker Symbol für den Mutterschoß, die Empfängnis und die Wiedergeburt des Lebens.
Auf dem Rückweg bogen wir in Enchez zum  Restaurant Mobi Dick ab. Es ist ein schwimmendes Restaurant mit eigener Fischzucht. Die Spezialität ist frischer Karpfen. So groß war unser Hunger jedoch nicht und so wählten wir kleinere Gerichte. Alles war frisch zubereitet und schmeckte sehr gut. Es blieb deshalb auch nicht unser einziger Besuch hier. Nach dem wir uns gestärkt hatten, ging es nach Glavatarzi zurück.


07.07.2010
Frühstück gab es wie immer auf der Terrasse. Dann ging es nach Kardschali,  wir schlenderten über den Basar und besorgten uns neue Köder zum Angeln. Zum Mittagessen fuhren wir wieder zum Mobi Dick. Am Abend war das Spiel Deutschland-Spanien und da bei uns im Hotel kein entsprechender Fernseher vorhanden war, bestellten wir einen Tisch im Glavatarski Han.
Das Restaurant war gehobener Ausstattung und so richtig wohl fühlten wir uns nicht. Außer uns war nur ein weiteres Pärchen anwesend. Das Essen war sehr gut und schmackhaft. Ich war vor Jahren schon einmal hier, jetzt wirkte alles aber sehr steif, was auch durch die Dekoration noch verstärkt wurde. Das Spiel trug auch nicht dazu bei die Stimmung zu heben, denn leider verloren wir.


08.07.2010
Ein Blick aus dem Fenster – es regnete. Das Frühstück gab es deshalb in der Mehana. Bis zum Mittag hörte es nicht auf und so ruhten wir uns noch etwas aus. Nach dem Mittag hörte der Regen auf und die Wolken lockerten teilweise auf. Für einen längeren Ausflug war keine Zeit mehr und so entschlossen wir uns zur "Steinernen Hochzeit" zu fahren. Diese Felsformationen liegen nur 4 Kilometer vom Stadtzentrum von Kardschali entfernt, unterhalb des Dorfes Zimzelen. Der Weg ist gut ausgeschildert und von der Straße sind es dann nur noch 350 Meter.

Steinerne Hochzeit /Каменна Сватба/
Die Bildung dieser wunderschönen Felsenformation begann vor 40 Millionen Jahren, als die östlichen Rhodopen noch den Grund eines flachen Meeres bildeten. Sie  entstanden aus abgelagerter Vulkanasche und Felsenstücken. Nachdem das Wasser verdunstet war, wurden sie angehoben und waren somit den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die vielfältigen Farben kommen durch das Vorhandensein von Metalloxiden zustande.
Auf dem Rückweg machten wir in Kardschali in einer Shishabar halt und rauchten für 5,00 Leva eine Wasserpfeife.


09.07.2010
Heute meinte es das Wetter wieder gut mit uns und so fuhren wir zur Festung Ustra. Sie liegt ca. 25 Kilometer südlich von Kardschali im Bezirk Dschebel. Der Weg ist gut ausgeschildert und so erreichten wir den Abzweig zur Festung ohne Komplikationen. Wir parken unser Auto und bis zur Festung sollte es nur 1 Kilometer sein. Aber es kam natürlich anders. Zuerst kamen wir an eine Gabelung und dort stand natürlich kein Schild, also bogen wir in die falsche Richtung ab und  landeten im Dorf Ustren, dort fragten wir nach dem Weg und es hieß wieder zurück. Aus einem Kilometer wurden dann Kilometer um Kilometer. Auf dem Rückweg haben wir die Schritte mitgezählt und kamen auf eine Strecke von 4,5 – 5 Kilometer. Bisher wußten wir das aber noch nicht und vermuteten die Festung auch gleich hinter jeder Biegung. Als wir bei der Baude ankamen sollten es noch 200 Meter sein, es waren bestimmt wieder 400 Meter. Das letzte Stück mußten wir über die Felsen klettern. Für kleine Kinder ist dieser Aufstieg nicht geeignet. Der Ausblick entschädigte  für die Strapazen, allerdings blies hier oben ein heftiger Wind und man mußte aufpassen wo man hintritt.  Für den Auf- und Abstieg sollten mindestens 2,5 Stunden eingeplant werden.

Die Festung Ustra /Крепост Устра/ liegt 4 Kilometer südwestlich des  Dorfes Ustren auf einem 800 Meter hohen Gipfel und ist die am besten erhaltene Festung in den Rhodopen. Sie wurde im X JH. zum Schutz einer wichtigen Handelsroute errichtet und besaß bis zu 10 Meter hohe Mauern. Von Zar Simeon I. wurde sie eingenommen, jedoch ging sie nach seinem Tode (927) für lange Zeit in Byzantinischen Besitz über. Zwischen dem XII und XIV JH., wechselte die Herrschaft öfters.
Von den Festungsmauern gibt es noch Teilstücke mit einer Höhe von ca. 5-8 Meter und von fast allen Gebäuden und Türmen sind die Grundmauern erhalten.


10.07.2010
Der letzte Tag in Glavatarzi war angebrochen. Wir statteten Kardschali einen letzten Besuch ab und da das Wetter es gut mit uns meinte, wurde auch der Pool noch einmal genutzt. Am Abend saßen wir zum letzten Mal auf der Terrasse und hatten uns einen Fernseher organisiert um das Spiel Deutschland – Uruguay (3:2) anzusehen. Am Zimmer wurde geflaggt und die Trikots angezogen. Es hat sich gelohnt und so feierten wir mit unserem Nebentisch den Sieg. Die Nacht war dann auch wieder recht kurz.


11.07. - 15.07.2010
Heute hieß es Abschied nehmen. Wir sammelten unsere Sachen zusammen und dann ging es an den Sonnenstrand. Wie bereits vor zwei Jahren hatten wir im ELIT III ein Apartment für 45,00 € pro Tag gebucht. Dieses Mal war sogar noch eine Waschmaschine vorhanden. Zum Mittag waren wir da und richteten uns häuslich ein. Zum Essen setzten wir uns an die Poolbar. Die Preise wurden Anfang der Saison erhöht, jedoch gab es bereits einige drastische Preissenkungen, da wohl die Gäste ausblieben. Auf der Karte stand z. B. 2,60 Leva für 0,5 Liter Bier, war durchgestrichen und auf 1,90 Leva gesenkt. Das war auch noch mit einer ganzen Reihe weiterer Speisen und Getränke der Fall.
Am Nachmittag erholten wir uns am Pool und genossen das warme Wasser. Am Abend spazierten wir am Strand entlang, schlenderten durch das Zentrum und besuchten zum Abendbrot eines der vielen Restaurants. Auch hier waren die Preise durchaus moderat. Da überall Fernseher vorhanden waren, konnten wir uns das WM-Endspiel ansehen und hatten sogar eine Übertragung von Sky erwischt. Leider war das Spiel das schlechteste der WM. Das Essen entschädigte zumindest dafür. Wir zahlten für 4 Personen 95,00 Leva für vier Hauptgerichte, Salate, mehrere Rakia, Wein und alkoholfreie Getränke. Damit war es ungefähr 25% teurer als im Landesinneren.
Am Montag gingen wir nach dem Frühstück an den Strand. Schirme und Liegen waren ausreichend vorhanden. Die Preise waren die gleichen wie vor 2 Jahren, je 7,00 Leva für Schirme und Liegen. Die Preise in den Strandbars sind dagegen stark übertrieben. Für ein kleines Tuborg wurden 5,00 Leva verlangt. Da es eine ganze Reihe von kleineren Ständen gab, konnte man auch Pommes und gebackene Kartoffeln kaufen. Am Abend fuhren wir mit dem Bus nach Nessebar. Da die Taxipreise immer noch unverschämt hoch sind, "investierten" wir lieber in den Nahverkehr und für je 1,00 Lev waren wir nach wenigen Minuten in Nessebar. Die Restaurants waren zum Teil wenig besucht und so hatten wir die Qual der Wahl. Auch hier gab es am Essen nichts auszusetzen, preislich war es wie am Sonnenstrand.
Am Dienstag fuhren wir nach Burgas und besuchten unsere Bekannten. Natürlich war der Tisch wieder reichlich gedeckt und auch am Abend wurden wir noch ins Restaurant "entführt". Am Strand in Burgas gab es eine ganze Reihe verschiedener Lokalitäten und auch die Preise waren günstiger als am Sonnenstrand (ca. 25% weniger).
Die restlichen beiden Tage pendelten wir zwischen Pool und Meer und waren zum Abend wieder im Zentrum vom Sonnenstrand. Eigentlich hatten wir bis zum 17.07.2010 gebucht aber eine kurzfristige Planänderung führte dazu, daß der Donnerstag unser letzter Tag hier war, also wieder Sachen packen, denn am nächsten Morgen ging es früh los.




16.07.2010
Das Frühstück fiel heute aus, da wir bereits um 07:00 Uhr nach Levski losfuhren. Pünktlich zum Mittag erreichten wir unser Ziel. Nach einer kurzen Stärkung fuhren wir zur Devetaschka Höhle /Деветашка пещера/, die viele Jahre für den Besucherverkehr geschlossen war, da hier Lager der bulgarischen Armee eingerichtet waren. Die Höhle liegt 18 km nordöstlich von Lovetsch am Fluß Ossam. Sie ist eine der größten Höhlen Europas und beeindruckt mit ihren gewaltigen Dimensionen. Archäologische Ausgrabungen belegen, daß sie schon in der Frühsteinzeit bewohnt war.
Nach der Besichtigung fuhren wir weiter zur Garvanitsa Höhle /Пещера Гарваница/. Sie befindet sich zwischen Gorsko Slivovo und Karpachevo. Bis zu den Kruschunaer Wasserfällen sind es nur 6 Kilometer. Nach einem steilen Abstieg mußten wir aufpassen wo wir hintreten, da es nach dem Regen sehr rutschig war. Seitlich ging es dann in einen größeren Hohlraum, der zum Teil begehbar war. Nach kurzer Zeit ging es nur noch mit Gummistiefeln weiter. Die Höhle ist unterirdisch mit den Höhlen von Kruschuna verbunden, allerdings muß man schon  eine Taucherausrüstung haben um dorthin zu gelangen.
Nach rund drei Stunden kamen wir wieder nach Levski zurück. Zum Abendbrot wurde der Tisch im Hof gedeckt. Als die Dämmerung einsetzte, wurden wir plötzlich von Mückenschwärmen attackiert und mußten ins Haus flüchten.

17.07.10 - 19.07.2010
Nun ging es wieder nach Sofia. Am Sonntag brachten wir den Mietwagen zurück, der uns ohne Probleme durchs Land gebracht hatte. Die letzten Einkäufe wurden erledigt und Lukanka, Gewürze usw. eingekauft. Dannach begann der Kampf mit dem Gepäck. Wir hatten allein 10 Liter Rakia unterzubringen und so auf die Koffer zu verteilen, daß nichts kaputt ging. Dazu wurde er in PET-Flaschen umgefüllt und eine neue Waage mußte her, damit nicht noch Übergepäck bezahlt werden muß. Zur Gewichtsreduktion blieben dann verschiedene Sachen wie Turnschuhe, Angel usw. in Sofia zurück. Dadurch fällt das Gepäck bei der nächsten Reise wahrscheinlich auch kleiner aus.
Für Montag 07:00 Uhr bestellten wir uns zwei Taxis, da unser Flug bereits um 09:25 Uhr nach Frankfurt startete. Pünktlich landeten wir in Frankfurt und wurden vom Flugplatz abgeholt, so daß wir noch vor dem Mittag wieder zu Hause waren.
© Fank Roloff, letze Änderung am 05.10.2021
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