Reisebericht Juni/Juli 2012 - Bulgarien

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Impressionen
Juni/Juli 2012
30.06.2012 - 22.07.2012
(14.07.2012 - 19.07.2012 Mazedonien)


Abflug am 30.06.2012 um 09:40 Uhr mit der Lufhansa und dem Ziel Sofia. Nach der Ankunft steuerten wir wie gewohnt den Taxistand an und fuhren nach Musagenitza. Diesesmal hatten wir durch den frühen Abflug einen halben Tag gewonnen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit der Metro in die Innenstadt. Alle paar Meter war Polizei zu sehen. Nach kurzem Rätselraten erfuhren wir den Grund: Heute war eine Schwulenparade und deshalb waren überall so viele Polizisten unterwegst. Der Boulevard Vitoscha war nur den Fußgängern vorbehalten. Die Straßenbahn fährt dort im Moment auch nicht, weil die Bauarbeiten für die zweite Metrolinie in vollem Gang sind und für die Haltestelle am Kulturpalast die Straße aufgerissen werden mußte. Nach einem ausgiebigen Spaziergang nahmen wir die Metro am Stadion "Vasil Levski" und fuhren nach Musagenitza zurück.


01.07.2012
Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem 280-ziger Bus bis zur Adlerbrücke und spazierten durch den Park. Das Wetter war sehr warm und sonnig, so daß viele Andere auch auf diese Idee gekommen waren. Die ersten Verkaufsstände machten sich für den Ansturm bereit und der Kletterpark war schon gut besucht. Hier gab es für jede Altersgruppe verschiedene Klettermöglichkeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten.
                        
                                  Mobiler Bierwagen von ARIANA                              Der Kletterpark
Auf dem Rückweg wollten wir in einem Restaurant, gegenüber dem Hotel Pliska, etwas essen und die Kellnerin brachte uns die Karte. Nach dem wir uns einig waren und bestellen wollten, sagte sie uns das die Küche erst in einer Stunde arbeitet. Also mußten wir weiterziehen und kehrten dann in einem kleinen gemütlichen Bistro bei uns in Musagenitza ein. Da die Temperaturen die 30° C Marke bereits überschritten hatten, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen. Am Abend suchten wir unsere Sachen zusammen, da es am nächsten Tag ans Meer gehen sollte.


02.07.2012
Noch vor der verabredeten Zeit (09:00 Uhr) wurde uns unser Mietwagen gebracht. Die Einweisung und Bezahlung dauerten nur 10 Minuten und schon konnten wir mit dem Beladen beginnen. Diesmal hatten wir einen Jeep gemietet, einen Toyota RAV4, um auch bei schlechten Straßenverhältnissen vor bösen Überraschungen gewappnet zu sein. Der Mietpreis lag bei 32,00€ pro Tag, wobei alle Versicherungen und Kilometer bereits inclusive waren. Nur tanken mussten wir alleine. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 6 Litern Diesel auf 100 km hielten sich die Ausgaben noch in einem vertretbaren Rahmen.
Als alles verstaut war, ging es los nach Tsarevo. Da ein weiteres Teilstück der Autobahn zwischen Stara Zagora und Nova Zagora am 01.07.12 eröffnet wurde, konnten wir zusätzlich 32 km auf der Autobahn zurücklegen. Das Teilstück von Nova Zagora bis Yambol (34 km) wurde leider erst am 15.07.12 freigegeben. Der letzte Abschnitt von Yambol bis Karnobat (49 km) soll im Januar 2013 eröffnet werden. Damit währen Sofia und Burgas durch die A1 verbunden und die Fahrzeit verkürzt sich erheblich.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen wurde ebenfalls am 01.07.12 von 130 km/h auf 150 km/h angehoben. Die letzten 150 km ab Yambol zog sich erfahrungsgemäß, da diese Strecke nur einspurig ist.
Gegen 14:30 Uhr kamen wir in Tsarevo an und bezogen unser Hotel. Das Hotel (Regina Mare) liegt direkt am Strand Nestinarka beim Ortsteil Vasiliko. Die Temperaturen hatten wieder die 30°C Marke überschritten (meist zwischen 35°C und 40°C in den nächsten drei Wochen) und deshalb statteten wir gleich dem Pool einen Besuch ab und erkundeten den Strand, um uns im Meer, bei 27°C Wassertemperatur, abzukühlen. Am Abend gingen wir in Vasiliko ins "Morska Svesda" zum Abendessen.


03.07.2012
Da wir kein Frühstück gebucht hatten, gingen wir zum frühstücken ins Nachbarhotel. Das Buffet kostete 10 Leva. Nach dem wir uns gestärkt hatten, fuhren wir nach Achtopol an den Strand. Hier gibt es eine große Bucht mit feinem Sandstrand und damit man nicht soweit laufen muß, auch einen großen Parkplatz (2 Leva pro Tag). Die Wellen waren hier etwas größer als am Nestinarka-Strand. Wir suchten uns einen Schirm in der ersten Reihe und warfen uns in die Wellen.
Gegen Mittag fuhren wir nach Tsarevo zurück und aßen in einem kleinen Restaurant oberhalb von Strand. Auf der Terasse war es auszuhalten und ein kalter Tarator kühlte auch von innen. Nach dem Essen ruhten wir uns von den "Anstrengungen " aus und gingen dann wieder an den Strand. Natürlich besuchten wir auch die Strandbar, wo wir ein kühles Beir tranken und die Frauen sich einen Cocktail bestellten. Am Abend trafen wir uns mit Bekannten, die sich eine Wohnung in Vasiliko gekauft haben, in einem gemütlichen Restaurant und ließen den Tag bei Salat und Rakia ausklingen.
                        
                                  Der Strand Nestinarka                                                 In der Strandbar


04.07.2012
Heute stand ein Ausflug nach Malko Tarnovo auf unserem Programm. Malko Tarnovo befindet sich ca. 50 Km südwestlich von Tsarevo, kurz vor der türkischen Grenze. Wir gingen dort ins Tourismusbüro, um uns über die möglichen Ausflugsziele zu informieren. Kurz vor der türkischen Grenze (direkt im Grenzgebiet) gibt es eine thrakische Kultstätte, die Reste einer römischen Villa und über 40 Grabhügel, von denen bisher nur ein Einziger geöffnet worden ist. Wir entschieden uns das Ganze einmal anzusehen.
Da es sich im Grenzgebiet befindet, kann man nur mit einem Mitarbeiter vom Tourismusbüro dorthin fahren. Unsere Namen wurden an die örtliche Polizei gemeldet und nach dem wir bezahlt haben (25 Leva für den Führer incl. Transport + Eintrittsgelder) bestiegen wir den russischen "Geländewagen" und fuhren los. Nach einem kurzen Stück auf der Straße, bogen wir in den Wald ein und dieser Weg war nur noch mit diesem Wagen passierbar. Mit einem normalen PKW wären wir bestimmt keine 100 Meter weit gekommen. Nach einigen Kilometern standen wir vor einem verschlossenem Tor der ehemaligen Grenzanlagen. Unser Führer schloss auf und weiter ging es. Nach weiteren 2-3 Kilometern kamen wir an. Wir waren jetzt nur 300 Meter von der türkischen Grenze entfernt.
Das Große Hügelgrab /Голямата Могила/ befindet sich in der Nähe der türkischen Grenze in der Region des Mischkov-Feldes. Es wurde bereits im XIX. Jahrhundert von den Brüdern Herman und Karel Schkorpil bekanntgemacht. Die Ausgrabungen begannen 1981 und dauerten bis 1983 an. Das entdeckte Gebäude wurde aus sehr präzise bearbeiteten, weißen Marmorblöcken errichtet. Diese wurden mit Metallklamern verbunden und die Verbindungslöcher mit Blei ausgegossen. Es gehört zu den thrakischen Kultstätten, die durch einen Erdhügel bedeckt waren und eine zentrale Kammer besaßen. Man nimmt an, das die Entstehung im V-III. Jahrhundert vor unser Zeitrechnung liegt. Die Anlage wurde als Heroon genutzt (Das Grab eines realen oder mythischen Hohepriesters oder Helden) oder als Mausoleum eines großen thrakischen Herrschers. Unter den Römern wurde sie in einen Tempel umgewandelt, als Teil eines ganzen Komplexes, wo rituale Handlungen zu Ehren der entsprechenden Gottheit abgehalten wurden. Die übrigen Teile des Kultkomplexes besten aus einer, in der Nähe liegenden Villa und einem Gräberfeld. Ganz in der Nähe befinden sich zwei weitere interessante Anlagen: eine Antike Festung auf dem Gipfel "Gradischteto/Градището/" und eine Wasserleitung, welche die am fußeliegenden Gebäude mit der Festung verband.
                        
                                  Thrakisches Hügelgrab                                               Der Opferaltar
Nach der Besichtigung suchten wir uns in Malko Tarnovo ein Restaurant und aßen Mittag. Der weitere Weg wurde besprochen und so brachen wir etwas später in Richtung Stoilovo zum Wasserfall Dokusak /Докузак/ auf. Dieser befindet sich 3 Kilometer vor Stoilovo auf der linken Seite. Da er direkt an der Straße lag, dauerte der Aufenthalt nicht lange. Anschließend fuhren wir zurück zur Hauptstraße und folgten ihr bis zum Abzweig nach Braschljan, wo es viele Gebäude aus der Wiedergeburtszeit gibt. Ein großer Teil der Häuser wurden liebevoll restauriert, wobei die untere Etage mit einer typischen, orangenen Farbe gestrichen ist. Die Häuser haben keine Fundamente. Die untere Etage besteht aus Steinen, die in einem Holzgerüst liegen. Hier befinden sich die Stallungen und die Handwerkerräume. Die obere Etage hat einen zentralen Kamin, der gleichzeit als Heizung (für die gesamte Etage) und als Kochstelle genutzt wurde. Die Wände bestehen aus einem Geflecht, das innen verputzt ist und die Aussenwand besteht aus Bettern, die in ausgesparten Balken gelagert sind. Für diese Befestigung werden keine Nägel verwendet. Durch die flexible Ausführung, können sie selbst schwere Erdbeben überstehen, da das Haus förmlich auf der Erde zu schwimmen scheint. Nach der Besichtigung ruhten wir uns etwas aus und bestellten uns im Restaurant kühle Getränke. Das Restaurant gehört zu einer kleinen Hotelanlage, die sich harmonisch in das Gebäudeemsemble einfügt.
                         
                                  Wasserfall Dokusak bei Stoilovo                              Braschljan
Die Rückfahrt nach Tsarevo verlief ohne Zwischenfälle. Die Straße war bereits zum großteil mit neuem Belag versehen und die Bauarbeiten wurden noch an verschiedenen Stellen fortgeführt. Den Abend ließen wir dann im "Goldenen Hirsch" in Vasiliko ausklingen.


05.07.2012
Heute blieb das Auto stehen und wir machten uns zu Fuß auf den Weg nach Tsarevo. Von unserem Hotel bis zum Zentrum waren es nur 2 Kilometer. Der Park war am Vormittag noch menschenleer. Wir beschrieben einen großen Bogen und sahen uns die Steilküste und den Hafen an. Der Rundgang dauerte nur rund eine Stunde und nach dem wir uns kurz gestärkt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Am Nachmittag machten wir es uns noch einmal am Strand gemütlich, da es der letze Tag zum Baden war. Am Aben gingen wir an den Strand von Vasiliko, ins Restaurant Del Mare, da es dort guten Fisch und Meeresfrüche gibt. Auf dem Weg zum Restaurant machten wir noch einen Abstecher zur Kirche "Mariä Himmelfahrt/Успение Богородично/"
Die Kirche "Mariä Himmelfahrt" /Църква "Успение Богородично"/ erhebt sich einsam auf einer Halbinsel, südlich von Tsarevo im Stadtteil Vasiliko. Sie wurde 1831 erbaut, jedoch das jetzige Aussehen stammt aus dem Jahre 1895. An der gleichen Stelle stand bereits eine ältere Kirche, die Dreifaltigkeitskirche /Света Троица/". Von Ihr sind einige Ikonen bekannt, die aus dem 18. Jahrhundert stammen und von dem Maler Johan aus Ahtopol geschaffen wurden. Diese Ikonen sind etwas kleiner als die, für den jetzigen Altar neu geschaffenen. Sie wurden jedoch mit in den neuen Altar integriert. Durch den Maler G. Poloksoidy wurden auf ihnen auch einige Korrekturen durchgeführt. Desweiteren gibt es eine Ikone vom Heiligen Nikola /Свети Никола/, dem Schutzpatron der Seefahrer und Fischer aus dem Jahre 1805 und eine von Johannes dem Täufer /Иван Кръстител/, die ebenfalls vom Ikonenmaler Johan stammt. Der Einfluß der westlichen Renaissance spiegelt sich in der Darstellung des Erzengel Gabriels auf dem Kopf des Satans wieder.


06.07.2012
Der erste Abschnit unser Reise fand heute sein Ende. Die Sachen waren gepackt und das Ziel hieß Levski (340 km). Vorher machten wir aber noch einen kurzen Abstecher nach Burgas. Auf unserem weiteren Weg gab es keine Autobahn und wir mußten auch den Balkan überqueren. Wir entschieden uns für den Pass der Republik und nicht den Schipkapass. Hier ist die Strecke flacher gehalten und da der Fahrbahnbelag neu gemacht worden ist, muß man nicht so sehr auf Schlaglöcher achten. Von verschiedenen Seiten wurde uns von Straßenarbeiten berichtet. Am Freitag Nachmittag waren jedoch keine Baufahrzeuge unterwegst. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir unser Ziel. Der Tisch war wieder reichlich gedeckt und so beschlossen wir den Tag in gemütlicher Runde.


07.07.2012
Nach dem Frühstück überlegten wir uns, was es Neues in der Gegend zu besichtigen gibt. Sowohl die Wasserfälle von Kruschuna als auch die umliegenden Höhlen (Garvanitsa und Devetaschka) hatten wir schon besichtigt.
Wir entschieden uns zum "Emener Canyon" zu fahren. Er befindet sich ca. 16 km süd-östlich von Pavlikeni. Bis Veliko Tarnovo sind es noch 28 Kilometer. Er ist ca .1 km lang, bis zu 106 m breit und mündet am Ende in den Negovanka-Stausee. Hier gibt es einen Ökopfad der direkt im und oberhald des Canyon verläuft. Zu Beginn gibt es eine kleine Höhle, die früher militärisch genutzt wurde und deshalb nicht zugänglich war. Ohne entsprechende Ausrüstung kann man nur die ersten paar Meter besichtigen. Dann folgt ein Bereich, der durch eine Mauer getrennt wurde. Von dort führt nur ein schmaler Tunnel weiter. Nach dem kurzen Höhlenbesuch, folgten wir dem Flußlauf und mußten mehrmals die Uferseite wechseln. Einige hundert Metern später ging der Weg nur noch im Fluß weiter und so blieb uns nichts Anderes übrig, als umzukehren und den oberen Weg zu nehmen. Über den Canyon und zu verschiedenen Aussichtspunkten, wie dem Wasserfall "Junfernsprung /Момин скок/", führen mehrere Holzbrücken, die jedoch alle aus Sicherheitsgründen gesperrt waren. Wir ersparten uns den Abstieg zum Stausee und machten uns auf den
Nach dem wir unterwegst in einer Touristenstation etwas gegessen hatten und unserere Angelausrüstung kurz zum Einsatz kam (jedoch ohne Erfolg), ging es nach Levski zurück. Den Abend verbrachten wir in gewohnter Umgebung unter dem Blätterdach der Weinreben auf dem Hof.


08.07.2012
Heute klingelte der Wecker bereits um 05:00 Uhr. Da wir gestern beim Angeln kein Glück hatten, fuhren wir heute an einen See, wo wir nach Enrichtung einer Gebühr von 3 Leva pro Person, mit größeren Erfolgsaussichten rechnen konnten. Es war viel Bewegung im Wasser uns so konnten wir auch nach kurzer Zeit den ersten Fisch landen. Der größte Anteil bestand aus Weißfischen und am Ende verbuchten wir 45 Brassen mit einer Größe von durchschnittlich 15 cm. Nur einmal hatten wir einen Karpfen an der Angel. Kurz bevor wir ihn jedoch landen konnten, löste sich der Haken und wir hatten das Nachsehen.
Gegen Mittag packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zurück. Die Fische wurden geputzt und da sie viele Gräten haben, wurden sie frittiert. So kann mann sie essen wie Chips. Den Nachmittag ruhten wir uns aus, um den versäumten Schlaf nachzuholen und am Abend saßen wir wieder in gemütlicher Runde zusammen.


09.07.2012
Heute hieß es wieder Abschied nehmen. Die Sachen wurden gepackt und weiter ging es nach Teteven (115 Km). Der Verkehr war nicht sehr dicht und so kamen wir nach rund 2,5 Stunden gegen Mittag an. Wir wurden bereits erwartet und da das Haus etwas abseits der Straße lag, genauer gesagt im Tetevener Balkan, mußten wir zum ersten Mal unser 4x4 benutzen. Nachdem wir unsere Sachen ausgeladen hatten, gab es Mittag und am Nachmittag starteten wir den Angriff auf den Petrahilja /връх Петрахиля/. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick über Teteven.
Gegen 15:00 Uhr starteten wir. Die Temperatur lag zwischen 30°C und 35°C. Die Ausrüstung bestand aus leichtem Gepäck, Kopfbedeckung und Wasser. Der genaue Weg war uns leider nicht bekannt, nur Ralf war schon einmal dort oben aber das war wahrscheinlich auch schon 10 Jahre her. Die ungefähre Richtung war bekannt und wir versuchten uns an verschiedenen, bekannten Punkten zu orientieren. Es gab keinen direkten Weg und deshalb mußten wir oft querfeldein wandern, wobei die Steigungen teilweise über 10% betrugen. Der erste Abschnitt führte uns, nach dem Verlassen des Weges, durch den Wald mit einer erheblichen Steigung. Dannach weiter über freies Feld, wo wir einen Ziegenpfad kreuzten, auf dem der Aufstieg leichter ging. Das Ziel behielten wir die ganze Zeit im Auge. Beim letzen Anstieg kamen wir etwas zu weit nach Links ab und mußten feststellen, das es dort kein Durchkommen mehr gab. Dichtes Gestrüpp versperrte uns den Weg. Es war bereits 18:00 Uhr und deshalb machten wir uns auf den Rückweg. Wir fanden einen Ziegenpfad, dem wir lange folgten und nur das letzte Teilstück mußten wir wieder über freies Feld laufen, jedoch gab es hier nicht so viele Disteln wie auf dem Hinweg. Nach nur 2 Stunden Abstieg waren wir wieder zurück. Wir wurden schon zum Abendbrot erwartet. Dieses Mal konnten wir den Gipfel leider nicht erreichen aber beim nächsten Versuch werden wir einen ortskundigen Führer mitnehmen.


10.07.2012
Heute gab es keine anstrengenden Bergwanderungen. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Teteven. In der Nacht hatte es etwas geregnet und die Straßen waren noch nass. Einige Wolken standen am Himmel, die jedoch nach und nach verschwanden. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt, fuhren wir zum Wasserfall "Skoka" (Sprung, Absprung), der sich am Ende des Ökopfades "Unter den Spritzern des Wasserfalles" befindet.
Der Ökopfad "Unter den Spritzern des Wasserfalls" /Еко пътека "Под пръските на водопада"/ hat eine Länge von 4000 Metern und beginnt im Stadtzentrum. Er führt weiter durch das Gebiet Kosnitsa und erreicht dann seinen Endpunkt, den Wasserfall "Skoka" /Скока/. Von den 4000 Metern sind 3400 Meter asphaltiert. Die letzten 600 Meter führen direkt am Fluss Kosnitsa /Козница/ entlang und können nur zu Fuss zurückgelegt werden.
Der Wasserfall Skoka /Водопад Скока/ ist 30 Meter hoch und die Wassermenge ist sehr stark abhängig von der Jahreszeit. Ungefähr 50 Meter südwestlich vom Hauptfall, befindet sich, am Ende eines natürlichen Felsencanyon, ein zweiter Wasserfall mit einer Höhe von 62 Metern. Dieser führt nicht das ganze Jahr über Wasser. Besonders in den Sommermonaten trocknet er fast vollständig aus. Aufgrund der geringen Wassermenge, bezieht sich das komplette Felsenmassiv im Winter mit einer Eisschicht und bietet damit sehr gute Bedingungen zum Eisklettern.
Nach unserem Abstecher zum Wasserfall fuhren wir nach Ribaritsa und machten es uns am Pool "Edelweis" gemütlich. In der Woche war hier nicht viel Betrieb. Es sind ausreichend Liegen und Schirme vorhanden und zum Mittag gab es Fleisch vom Grill. Im Pool gibt es eine Bar, so sitzt man im Wasser und kann die Getränke genießen. Nach vier Stunden brachen wir wieder auf. Die letzten Einkäufe wurden erledigt und am Abend wurde der Grill angefeuert.
                        
                                  Der Pool Edelweis                                                           Der Grill wird "angeworfen"


11.07.2012
Unser kurzer Abstecher in den Tetevener Balkan war nun auch vorbei und wieder hieß es Abschied nehmen. Heute gab es zwei weitere Etappen auf unserem Weg. Die erste Station war die Ledenika-Höhle in der Nähe von Vratsa (105 km). Bevor wir zum Eingang gingen, zogen wir noch lange Sachen an, da die Temperatur in der Höhle nur 8°C betrug und da kann man mit kurzen Sachen schnell frieren. Wir mußten noch eine Weile warten bevor die Führung startete. Leider war das Fotografieren in der Höhle nicht mehr gestattet. Nach einer knappen Stunde verließen wir die Höhle wieder. Da das Thermometer weit über 35°C zeigte, wurden auch die Sachen sofort wieder gewechselt.
Die Ledenika Höhle /Пещера Леденика/ befindet sich 16 km südwestlich von Vratsa. Der Eingang liegt 830 Meter über dem Meeresspiegel, im tiefstgelegenen Teil der Höhle. Der erste Saal ist der „Vorhof“ , gleichzeitig auch der niedrigste Teil der Höhle. Im Winter und Frühling erstaunt er durch wunderschönem Eisschmuck, woraus sich auch der Name der Höhle ableitet. Nach einigen Metern, in gebückter Haltung, erreicht man den kleinen Saal, der eine fast kreisrunde Form hat. Nach nochmaligem Bücken betritt man den großen Saal (Konzertsaal), der viele schöne und einmalige  „Skulpturen“ aufzuweisen hat, „Das Krokodil“, „Der Kopf des Pelikan“, „Der Falke“, „Väterchen Frost“ und viele andere. Wenn man nach rechts abzweigt, gelangt man zu einem kleinen See, dessen Wasser „Wunder“ vollbringen kann. Über eiserne Brücken überquert man die kleine und die große Schlucht und gelangt in den wunderschönen „Weißen Saal“. Die Temperaturen schwanken, je nach Jahreszeit, zwischen -7°C und 8°C und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 92%.
Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Vidin, wo wir heute noch die Festung "Baba Vida" besuchen wollten. Zuerst bezogen wir unser Hotelzimmer im Rovno. Das Doppelzimmer kostete 29,00 € für eine Nacht. Vom Hotel bis zum Zentrum waren es 1,5 km und von dort sind es nur rund 500 Meter bis zur Festung. Unterwegst versuchten wir im Schatten zu bleiben, da die Temperatur 39°C betrug. Der letzte Einlass war 17:00 Uhr, wir kauften unsere Karten 16:55 Uhr und starteten sofort unseren Rundgang. Nach rund 20 Minuten hatten wir alles gesehen und machten uns auf den Rückweg, nicht ohne unterwegst etwas zu essen und den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen.
Vidin /Видин/ wurde bereits im III Jh. v.u.Z. gegründet. Es wird angenommen, daß die ersten Einwohner vom thrakischen Stamm der Tribali (Triballer) waren. Während der Römerzeit gehörte die Stadt zu den römischen Provinzen und trug den Namen „Bononia“. Zur  Zeit des mittelalterlichen bulgarischen Staates war die Stadt unter dem Namen „Badin“ (bis Anfang des XI Jh.) und später als „Bdin“ bekannt und Zentrum des
militärisch-administrativen  Gebietes. Ab der zweiten Hälfte des XIII Jh. war Vidin Hauptstadt des „Vidiner Fürstentums“ und später des „Vidiner Zarenreiches“.
Vidin besaß vom  XV-XVII Jh. den größten Binnenhafen des osmanischen Reiches an der unteren Donau. Die Stadt ist reich an Kulturdenkmälern, von denen die Festung „Baba Vida“ das bekannteste ist.
Die Festung Baba Vida /Баба Видинските Кули/ kann auf eine über 2000 jährige Geschichte zurückblicken. Sie ist die einzige komplett erhaltene Festungsanlage in Bulgarien und diente sowohl als Wehranlage als auch als Herrscherburg. Sie wurde am Ende des X Jh. auf den Grundmauern der Festung  der antiken Stadt „Bononia“ errichtet. Die Festung wurde zum Ende des XIII Jh. bis Beginn des XIV Jh. ausgebaut und diente dem Vidiner Zar Ivan Srazimir (1352-1396/97) als Herrscherburg. Sie war die letzte Festungsanlage, die durch die Türken erobert wurde. Der Grundriss  der Anlage blieb weitgehend unverändert und besitzt eine rechteckige Form, mit einer Mauerlänge von ca. 70 Metern zwischen den  Ecken, die  nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind.  Die ganze Anlage ist von einem 12 Meter breiten und 6m tiefen Wassergraben umgeben. Die innere Mauer ist 2 Meter dick, höher als die Äußere und hat vier Ecktürme und fünf  Seitentürme. Die äußere Mauer besitzt zwei Türme.


12.07.2012
Da wir nur eine Nacht in Vidin waren, ging es nach dem Frühstück weiter nach Belogradchik. Auf dem Weg dorthin liegt die Magurahöhle (45 km). Im Hotel hatten wir uns noch einmal die Öffnungszeiten angesehen und so kamen wir pünktlich zur ersten Führung dort an. Außer uns warteten noch eine chinesische Reisegruppe und zwei bulgarische Familien. Die Reiseleitung der Reisegruppe hatte scheinbar keine Lust die ganze Führung mittzumachen, deshalb wurde nach der Hälfte des Weges für sie die Führung als beendet erklärt und sie kehrten zum Haupteingang zurück. Einige waren irritiert, da wir unseren Weg fortsetzten und fragten uns, wo wir hingehen. Ihnen wurde gesagt, das wir auf einem anderen Weg zum Ausgang gehen, was im Prinzip richtig war, nur das damit nicht der Haupteingang gemeint war, sondern der Ausgang zum Stausee. Wir waren dann noch rund eine halbe Stunde unterwegst. Am Ausgang wartet eine Bahn, um die Leute wieder zum Eingang zurück zu bringen. Leider war kein Fahrer da und so machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg. Am Eingang angekommen, kauften wir noch einige Magnete und unterhielten uns mit dem Höhlenführer. Auf unserem Rundgang konnten wir leider den Saal mit den Höhlenmalereien nicht besichtigen. Offiziell heißt es, das sie restauriert werden. Das entspricht leider nicht ganz der Wahrheit, denn es gibt momentan keine Restaurierung, da es an den finanziellen Mitteln fehlt. Da die meisten Besucher an den Wochenenden kommen und in der Woche nur wenige Gruppen den Weg finden, ist die Bezahlung für die Höhlenführer auf minimalem Niveau. Sie verdienen meist nur 250 Leva im Monat (ca. 120 €). Nachdem wir uns verabschiedet hatten, fuhren wir zum Höhlenausgang, um dort, am Firmenstand der Magura Weinkellerei, einige Flaschen Wein zu kaufen.
Die Entstehung der Magurahöhle /Пещера Магура/ begann vor 15 Millionen Jahren durch Ausspülung. Sie hat mehrere Zugänge. Der Größte befindet sich am Südhang der Höhle mit einer Höhe von 2,80m und einer Breite von 6m (aktueller Ausgang). Der heutige Eingang befindet sich am Fuße des Gipfels in nordöstlicher Richtung. Die Magura-Höhle ist eine der größten bulgarischen Höhlen mit einer Grundfläche von mehr als 30.000m2.
In der Höhle befinden sich hunderte, einzigartige Wandmalereien (ca. 10.000 Jahre v.u.Z.). Die begehbaren Wege sind auf einer Länge von 2500 m ausgebaut. Die Höhle besitzt einen Gang  mit  südost-nordwest Ausrichtung und drei weitere Abzweige. Die einzelnen Säle haben zum Teil gewaltige Ausmaße – über 200m lang, über 50m breit und über 20m hoch.
Die ersten menschlichen Spuren sind über 12.000 Jahre alt. Es wurden Reste verschiedener Gebäude, Feuerstellen, Öfen, Werkzeuge aus Stein, Metall und Keramik gefunden. Des weiteren Knochen von Bären, Wildpferden, Höhlenhyänen, Hirschen und anderen Tieren. Die Höhlenzeichnungen zeigen Kult- und Jagdszenen und einen Jahreskalender aus dem späten Neolithikum mit Zusätzen aus der frühen Bronzezeit.
Nach dem Besuch der Magurahöhle ging es weiter nach Belogradchik (25 km). Zum Mittag checkten wir im Hotel Skalite ein. Die Übernachtung kostete 50,00 € (4 Sterne) im Doppelzimmer incl. Frühstück, Pool, Sauna, Wirlpool und Fitnessraumbenutzung. Von der Terasse hat man einen wunderschönen, unverbaubaren Blick auf die Felsen von Belogradchik. Nach dem Auspacken fuhren wir zur Festung. Der Parkplatz kostete 2,00 Leva und der Eintritt 5,00 Leva pro Person. Seit meinem letzten Besuch, vor 6 Jahren, wurde viel für die Sicherheit der Besucher getan. An vielen Stellen wurden Zäune aufgestellt, um ein Abrutschen zu verhindern.

Die Belograchiker Felsen /Белоградчишките скали/ nehmen eine Fläche von 180-210 km2 im westlichen Vorbalkan ein. Im Laufe von 200 Mio. Jahren entstanden hier viele verschiedene Figuren wie z.B. „Die Madonna mit dem Kind“, „Der Reiter“, „Die Mönche“, „Haiducke Welko“ und „Schwarzer Storch“. In den letzten Jahren wurde das Gebiet immer mehr touristisch erschlossen. Es gibt verschiedene Freizeitangebote wie Reittouristik und geführte Touren mit dem Buggy (25 km).
Die Belogradchiker Festung /Белоградчишка крепост/ wurde bereits während der Römerzeit errichtet, wahrscheinlich im II. Jahrhundert und diente zur Überwachung und Verteidigung der Handelswege. In der Umgebung gibt es noch Reste weiterer Festungen aus dieser Zeit. Die Festungsmauern waren bis zu 5 Meter stark und 15 Meter hoch, wobei die Felsen voll in den Bau integriert wurden. Im Inneren befinden sich zwei, in den Felsen getriebene, Trinkwasserbecken mit einer Tiefe von 5 Metern. Hier wurde das Schmelz- und Regenwasser aufgefangen und als Trinkwasserreserve verwendet. Im nordwestlichen Teil liegt ein fast vollständig erhaltenes unterirdisches Gewölbe. Die Festung diente den Römern aber nicht nur zur Beobachtung und Verteidigung, sondern auch zur Nachrichtenübermittlung. Am Tage erfolgte die Signalgebung durch Rauchzeichen und nachts durch Feuerzeichen.
Während des VI Jh. begannen sich die Slawen auf der Balkanhalbinsel anzusiedeln. Die Festung war zu dieser Zeit unter byzantinischer Führung und Teil eines Verteidigungsgürtels.
Ende des VII Jh. erstritten sich die Protobulgaren, zusammen mit den Slawen,  das Recht auf einen eigenen Staat. Mit der Bildung des bulgarischen Staates begann eine neue Geschichte der Festung. Sie wurde zu unterschiedliche Zwecken genutzt und diverse Umbauten durchgeführt. Vom XV-XIX Jh. bewahrte die Festung ihren mittelalterlichen (bulgarischen) Charakter. Später verstärkten die Türken die Mauern und es wurden neue Gebäude hinzugefügt. Die Festung spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung während der österreichischen Feldzüge gegen die Türken (1683-1689, 1714-1718 und 1735-1739). Der Umbau für den Gebrauch von Kanonen und anderen Feuerwaffen erfolgte 1805 und wurde 1837 durch italienische Ingenieure vollendet. Die alten Zinnen wurden ersetzt und mit 350-400 Schießscharten versehen, die Türme abgetragen und durch Plattformen für Kanonen ersetzt. Heute sind davon nur noch einige Wachräume und unterirdische Gewölbe erhalten geblieben. In seiner neuen Form umfasste die Festung ein Areal von 10.211 m2 und bestand aus drei Teilen, die durch starke Mauern und Tore mit  eisernen Türen voneinander getrennt sind.
In Friedenszeiten wurde die Festung nur von einigen Männern bewacht, die aufgrund ihres Dienstes von Steuern und Abgaben befreit waren. Im Falle einer Gefahr fasste sie eine Besatzung von 1000-1500 Mann. Von 1837-1867 war sie unter voller Besatzung, welche die Verteidigung der Stadt und des Gebietes übernahm. Die Besatzung war maßgeblich an der Niederschlagung des Belogradchiker Aufstandes von 1850 beteiligt. Nach 1885 wurde die Festung zeitweise als Garnison genutzt bis in der Stadt Kasernen gebaut wurden und die Soldaten dort einzogen. Die Gebietsverwaltung beschloß 1890 den Verkauf von Steinen der Festung zum Hausbau an die Bevölkerung von Belogradchik. Das wurde jedoch durch die örtlichen Schäfer vereitelt, die das Gelände zur Schafzucht verwenden wollten. Solcherart Nutzung führte zur Zerstörung einiger Mauern und Gebäude. Nachdem die Festung zum Kulturdenkmal erklärt wurde, wurde sie umfassend restauriert und steht heute der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Nach unserem Rundgang durch die Festung, fuhren wir zum Hotel zurück und stellten das Auto auf dem Parkplatz ab. Später machten wir uns noch einmal zu Fuss auf den Weg, um uns in der Stadt etwas umzusehen und etwas zu essen. Der Ortskern ist nicht sehr groß und hält auch nicht viele Sehenswürdigkeiten bereit. Die Anzahl der Hotels und Privatquartiere hat erheblich zugenommen und die Preisspanne ist so groß, das für jeden Geldbeutel etwas zu finden ist. Die Temperatur überschritt auch heute wieder die Marke von 35°C und so machten wir uns auf die Suche nach einer Erfrischung. Nur rund 500 Meter von unserem Hotel entfernt, entdeckten wir das Gästehaus Madonna, das eine schöne Mehana besitzt. Für ein Doppelzimmer liegen die Preise zwischen 24 Leva und 40 Leva, je nach Größe und Ausstattung. Von hier hat man auch einen wunderschönen Blick auf die Felsen. Wir machten es uns in der Mehana gemütlich, die durchweg landestypisch ausgestattet war. Das Essen schmeckte hervorragend und unter dem Blätterdach der Weinreben war die Temperatur erträglich. Nachdem wir uns gestärkt hatten, spazierten wir zum Hotel zurück. Hier genehmigten wir uns noch einen Mastika an der Bar.


13.07.2012
Am Morgen genossen wir das reichhaltige Frühstück und nachdem wieder alle Sachen verstaut waren, ging es weiter nach Blagoevgrad (250 km). Der Verkehr war nicht sehr dicht, nur bei der Umfahrung von Sofia ging es auch einmal etwas langsamer vorran. Einen Teil der neuen Autobahnen konnten wir auch befahren (A5 /Ljulin/ Sofia-Pernik, A6 /Struma/ Pernik-Kulata). Wir erreichten gegen 13:00 Uhr unser Ziel.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Die Fußgängerzone war bereits sehr belebt. Das zentrale Warenhaus wird momentan komplett saniert. Ansonsten gab es keine großen Veränderungen zu unserem letzen Besuch. Am Abend trafen wir uns in großer Runde im Restaurant. Mit diesem Abendessen war unsere Rundreise durch Bulgarien fürs erste beendet, da es am nächsten Morgen nach Mazedonien, genauer gesagt nach Ohrid an den Ohridsee, ging.


14.07.2012
Zum Frühstücken gingen wir heute Morgen in ein kleines Cafe, das sich genau bei unserem Block befand. Hier warteten wir auch noch auf Bekannte aus Varna. Mit drei Autos und 10 Personen machten wir uns auf den Weg. Bei der Anmietung des Wagens hatte ich bereits eine Vollmacht beantragt, um ins Ausland fahren zu dürfen. Eine Auslandsversicherung hatten wir ebenfalls abgeschlossen. Bis zur Mazedonischen Grenze waren es nur 25 Kilometer. Die Gesamtstrecke bis Ohrid betrug 330 Kilometer.


Nachdem wir den Grenzübergang bei Delcevo problemlos passiert hatten, ging es weiter bis zum Restaurant Savaro in der Nähe von Istibanja. Hier legten wir unseren ersten Stopp ein, um Mittag zu essen. Es gab diverse Salate, Pleschkaviza in allen Arten und auch Froschschenkel, die ein bischen wie Hünchen schmecken. Nach dem Mittag ging es über Stip, Negotino und Kavadarci nach Prilep. Hier legten wir einen weiteren Stopp ein. An der Grenze sagte man uns, das an diesem Wochenende hier ein Bierfest stattfindet. Einen deutschen Stand mit original Thüringer Bratwürsten aus Schmalkalden konnten wir, nach kurzem Rundgang, auch entdecken. Wir tranken am Stand von Kenbach ein Bier und setzten dann unsere Fahrt fort. Bis Ohrid waren es noch rund 100 Kilometer. Kurz nach 20:00 Uhr erreichten wir den Ort. Die richtige Straße hatten wir ins Navi eingegeben, aber wir brauchten noch eine halbe Stunde bis wir unser Quartier fanden. Es lag in der Altstadt, mit einem herrlichen Blick auf die Stadt und den Ohridsee aber dort gab es leider keine Parkmöglichkeiten. Wir luden die Autos aus und parkten dann auf einem großen Parkplatz, der direkt vor dem Stadttor lag. Von dort waren es nur 5 Minuten zu Fuß bis zu unserem Quartier. Nachdem wir die Verteilung der Zimmer erledigt hatten, gingen wir zum Essen in die Altstadt. Die Restaurants waren sehr gut besucht und es waren wahnsinig viele Leute unterwegst. Mit einer so großen Gruppe war es schwer einen Platz zu finden und so mußten wir etwas Geduld haben.
                        
                                  Bierfest in Prilep                                                               Blick auf Ohrid und die Festung von Samuil


15.07.2012
Für die nächsten Tage organisierten wir uns einen Fremdenführer. Anschelo hatte seine Telefonnummer notiert, als sie schon einmal in Ohrid waren. Nach einigen Startschwierigkeiten, konnten wir uns für 10:00 Uhr verabreden und starteten mit einem Rundgang in der Altstadt. Dort besichtigten wir das Antike Theater, die "Kirche der heiligen Mutter Gottes vom Spital" , die Ikonensammlung der Stadt Ohrid, die ehemalige Klosteranlage "Sv. Kirill - Sv. Panteleon bei Plaoshnik" und die gleichnahmige Kirche.
Die Kirche der heiligen Mutter Gottes vom Spital /Църква Св. Богородица Перивлепта/ wurde ca. 1260 erbaut, im Jahre 1295 geweiht und im Lauf von 30 Jahren von den Ikonenmalern Michael und Eutychus ausgemalt. In ihren Fresken brachen die Maler mit den Regeln der byzantinischen Malerei. Es wurden Massenszenen dargestellt, die Figuren erhielten bewegte Gesichtsausdrücke und eine perspektivische Darstellung. Als die Sophienkirche in eine Moschee umgewandelt wurde, brachte man die Bibliothek der Patriarchen hier unter. Die Bibliothek gilt heute als unauffindbar. Als sie neuer Bischofssitz wurde, wurden die Reliquen des Heiligen Kliment von Ohrid hierher gebracht. Deshalb ist die Kirche auch unter dem Namen "Heiliger Kliment" bekannt. Heute werden die Reliquen in der neu aufgebauten "Heiliger Kirill Kirche - Heiliger Panteleon", der gleichnamigen ehemaligen Klosteranlage aufbewahrt. Die Ikonensammlung der Stadt Ohrid befindet sich in einem Gebäude gegenüber der Kirche.
Die Klosteranlage "Hl.Kirill – Hl.Panteleon bei Plaoshnik" /Манастир "Св. Кирил – Св. Пантелимон Плаошник"/ wurde ab 886 im Auftrag des bulgarischen Zaren Boris I. von dem Gelehrten Kliment von Ohrid erbaut. Sie wurde das Zentrum der Ohrider Schule. Nach seinem Tode, wurde auch Kliment von Ohrid hier, in einer der Klosterkirchen, begraben. Nachdem die Sophienkirche in eine Mosche umgebaut wurde, wurde die Grabkirche zum Sitz der Erzbischöfe von Ohrid. 1466 ließ der osmanische Sultan Mehmed II.den Erzbischof mit dem Klerus deportieren und das Kloster und die Kirchen zerstören. An seiner Stelle wurde die Sultan-Mehmed-Mosche errichtet. Ab 2000 wurde die Kirche, nach dem Vorbild umliegender Kirchen, neu errichtet. Das Kloster soll in den nächsten Jahren wieder zu einer kirchlichen Universität ausgebaut werden.
Nach den ersten Besichtigungen, probierten wir ein einheimisches Bier im Cafe der Anlage und gingen dann wieder zurück in die Altstadt, um Mittag zu essen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Abstecher in eine Papierwerkstatt. Nach dem Mittag packten wir unsere Badesachen ein und fuhren zur Biljana-Quelle (aus dieser Quelle bezieht die Stadt sein Trinkwasser). Danach ging es weiter zum Kloster Hl. Naum. Nach einem ausgiebigen Rundgang folgten eine Bootsfahrt auf der Naum Quelle und dann die Abkühlung im Ohridsee.
Um die Biljana Quelle /Билянини извори/ ranken sich viele Legenden. Der Sage nach soll hier einst eine junge Frau ihre Leinen gewaschen haben, als ein junger Mann mit seinem Pferd an der Wasserstelle vorbeikam. Er erblickt die attraktive Frau und ist fasziniert von ihrem grazilen Wesen und ihrem langen, braunem Haar. Ihr Name ist Biljana. Zwischen beiden entwickelt sich ein zarter Dialog und eine Liebesromanze beginnt. Nach der Sage um die Entstehung der Quelle verliebte sich der bulgarische Zar in Biljana, mußte sie aber vor seinen Feinden verbergen. Trotzdem gelang es ihnen sie zu vergiften. Der Zar begrub sie und an dieser Stelle entsprang daraufhin die Quelle.
Das Kloster "Hl. Naum" /Манастир "Св. Наум Охридски"/ wurde um 895 von Naum mit der Unterstützung der bulgarischen Zaren Boris I. und Simеon I. gegründet. Nach seinem Tod am 23. Dezember 910 wurde das Kloster ihm zu Ehren umbenannt. Naum wirkte hier im 10. Jh. als Beschützer der Armen und Kranken. Durch seine zahlreichen Wundertaten wurde er überall bekannt. Am Eingang der Klosteranlage befindet sich das bekannte Wandgemälde, das eines der vielen Wundertaten des Hl. Naum zeigt („Sv. Naum und der Bär“). Hier gründete der Hl. Naum eine Theologische- und Literaturschule und ein Skriptorium. Der Kirchenlehrer und Volksprediger arbeitete hier als
Übersetzer von religiösen Texten, schuf eine große Kloster-Bibliothek und befasste sich intensiv mit Literatur, Schriftstellerei und Ikonenmalerei. In nur 10 Monaten übersetzte er die Bibel aus dem Altgriechischen. Nach seinem Tod wurde der Hl. Naum in seiner Wirkungsstätte begraben und von der Orthodoxen Kirche im 11. Jh. heilig gesprochen. Über seine Grabstätte, wurde das imposante Kloster errichtet. Das Innere des Klosters ist mit Darstellungen von Zeitgenossen, Werken und Wundern des Hl. Naums ausgemalt. So wurde das Kloster zum beliebten Walfahrtsort.
Die Hl. Naum Quelle /Извори Свети Наум/
Der Quellsee hat eine Länge von 700 Metern, eine Breite von 250 Metern und ist 3,5 Meter tief. In Ihm befinden sich 30 Quellen mit einer Kapazität von 6,5 - 10 m3 pro Sekunde. Die Wassertemperatur liegt zwischen 10°C und 12°C.
Am Abend wurde die große Tafel gedeckt und der Grill angeworfen. Erst nach 0:00 Uhr wurde zusammengeräumt und die Nachtruhe eingeläutet.


16.07.2012
Nach dem Frühstück trafen wir wieder unseren Fremdenführer und wir fuhren zum Kahlishkia Kloster /Калишкиот Манастир/ in der Nähe des Dorfes Kalishta. Hier befindet sich auch eine Höhlenkirche aus dem 14. Jahrhundert - "Die Geburt der Jungfrau Maria /Рождество на пресвета Богородица/". Nach der Besichtigung kauften wir einige Flaschen Wein im klostereigenen Laden. Direkt neben dem Kloster befindet sich ein Hotel mit einem schönen Restaurant. Wir tranken hier aber nur einen Kaffee. Im Anschluß daran fuhren wir weiter nach Süden und besichtigten eine weitere Höhlenkirche in Radozda. Die Kirche des "Hl. Erzengel Michael /Св. Архангел Михаил"/.
Die Kirche der Geburt der Jungfrau Maria /Църква Рождество на пресвета Богородица/ liegt im Kalishkia Kloster in der Nähe des Dorfes Kalishta. Sie entstand im 14 Jahrhundert und begründete den Klosterkomplex. Die Kirche liegt in einer Höhle und beherbergt drei Mönchszellen - zwei auf der ersten und eine auf der zweiten Etage.
Die Kirche des Hl. Erzengel Michael /Църква Св. Архангел Михаил/ liegt an einem Hang in der Nähe des Dorfes Radozda. Die Wandmalereine stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die zum Ende des 14. Jahrhunderts ausgeführten Wandmalereien sind eindeutig der Ohrider Schule zuzuordnen. Die Kirche befindet sich heute in keinem guten Zustand. Bereits vor einigen Jahren wurde ein Projekt zur Restaurierung ins leben gerufen, aber scheinbar nie gestartet. Im Gästebuch haben wir auch noch einmal unterstrichen, das dringend eine Restaurierung notwendig ist.
Zum Mittagessen fuhren wir nach Struga. Hier bestellten wir einen speziell zubereiteten Aal. Da die Zubereitung einige Zeit in Anspruch nimmt, nahmen wir uns die Zeit für einen Stadtrundgang. Struga liegt genau am Abfluß des Ohridsee und stellt dadurch eine Verbindung zur Adria her. Der Name Struga wird vom Mazedonischen Wort Straga abgeleitet, was soviel wie Übergang oder auch Fangplatz für Aale bedeutet. Struga ist ebenfalls der Geburtsort der Brüder Miladinov.
Dimitar Miladinov (1810–1862) und Konstantin Miladinov (1830–1862)
waren bekannt als Poeten und Volkskünstler. Sie waren die Autoren einer der bedeutendsten Sammlung von Volksliedern. In ihren Schriften identifizierten sie sich selbst als Bulgaren. Ihre Sammlung "Bulgarische Volkslieder" umfasst insgesamt 665 Lieder und 23.559 Verse. Dimitar Miladinov versuchte 1856 die bulgarische Sprache in der griechischen
Schule in Prilep einzuführen und rief damit eine wütende Reaktion der örtlichen Griechen hervor. In einem Brief an die Zeitung " Tsarigradski Vestnik " vom 28. Februar 1860, berichtet er: "... In dem ganzen Land von Ohrid, gibt es nicht eine einzige griechische Familie, außer drei oder vier Dörfer in Vlahs. Die ganze restliche Bevölkerung ist rein bulgarisch .... " Verärgert darüber, denunzierte der griechische Bischof Miletos Dimitar Miladinov als russischen Agenten. Er wurde beschuldigt, Pan-Slavische Ideen zu verbreiten, daraufhin verhaftet und in Istanbul eingesperrt. Sein Bruder Konstantin wurde ebenfalls als russischer Spion verhaftet und im selben Gefängnis in Istanbul eingesperrt. Im Januar 1862 starben beiden Brüder im Gefängnis an Typhus.
Nach dem Mittag wollten wir auf dem Rückweg nach Ohrid noch einmal baden gehen, aber die vorhandenen Strände waren sehr dreckig und so fuhren wir direkt weiter. Wir besuchten dann den kleinen Strand, der direkt in der Altstadt von Ohrid liegt. Am Abend besuchten wir, auf Empfehlung unser Vermieter, ein etwas gehobeneres Restaurant. Die Preise für die Speisen waren auf normalem Niveau, nur der Wein war für mazedonische Verhältnisse sehr teuer. Die erste Flasche, die wir bestellten, war günstiger, mußte dann aber mit viel Tonic "verfeinert" werden, um trinkbar zu werden. Die Zweite kostete dann auch das Doppelte (ca. 20,00 €), konnte aber auch überzeugen. Im weiteren Verlauf blieben wir dann lieber beim Bier.


17.07.2012
So wie die letzten Tage, trafen wir uns nach dem Frühstück mit unseren Fremdenführer. Heute fuhren wir in den Nationalpark Galichiza /Галичица/. Den ersten Stopp legten wir am Picknickplatz Korito ein. Er liegt auf einer Höhe von 1421 Metern über dem Meeresspiegel. Hier beginnt der Wanderweg zum Aussichtspunkt Koritski Rid /Коридски рид/ mit einer Länge von 350 Metern. Er verläuft genau auf einem Kamm, mit einem wunderschönen Ausblick auf den Ohridsee. Der Aussichtspunkt befindet sich auf der gleichen Meereshöhe wie der Picknickplatz. Mit dem Auto beträgt die Strecke rund 1,5 Kilometer. Nachdem wir den Ausblick genossen hatten, fuhren wir weiter zum Prespasee. Unterwegst legten wir noch einen Stopp ein, um einen Hang hinauf zu klettern, da man von oben gleichzeitig den Ohridsee und den Prespasee sehen kann. In Stenje besuchten wir das Informationszentrum des Nationalparkes und aßen danach Mittag. Nach dem Mittag fuhren wir zu einem privaten Museum mit hunderten Trachten aus allen Regionen des Landes. Leider ist die Internetseite seit längerer Zeit nicht online (www.etnomuzej.org.mk). Nach dem sehr lehrreichen Rundgang ging es weiter zur Kirche Hl. Georg / Св. Георги.
Diе Kirche Hl. Georg /Църква Св. Георги/,
auch als das Kloster Hl. Georg bekannt, liegt in der Nähe des Prespasee im südlichen Teil von Mazedonien zwischen den Städten Bitola und Ohrid, zwei Kilometer nördlich des Dorfes Kurbinovo. Die Wände des Kirchenschiffs aus dem Jahre 1191 sind mit herrlichen Fresken ausgeschmückt, die wahre Meisterwerke der orthodoxen Kunst sind. Die Fresken zeigen Szenen aus dem Leben von Jesus Christus und der Jungfrau Maria. Während der Zeit der osmanischen Fremdherrschaft wurde das Kloster als Pferdestall genutzt und Teile abgetragen. Auf dem 50 Denarschein ist die Freske des Hl. Erzengel Gabriel abgebildet, die man hier bewundern kann.
Bevor wir die Kirche besuchen konnten, mußten wir erst den Schlüssel in Kurbinovo abholen. Nach der Besichtigung brachten wir den Schlüssel zurück und fuhren wieder nach Ohrid. Am Abend trafen wir uns an der alten Platane , in der Nähe des Basar und aßen dort Abendbrot.


18.07.2012
Heute war der letzte Tag unseres Ausfluges nach Mazedonien. Wir trafen uns wieder mit unserem Fremdenführer und starteten unsere Fahrt rund um den Ohridsee. Beim Grenzübergang nach Albanien gab es keine Probleme. Zwischen den Orten Piskupa und Udenisht machten wir unsere erste Kaffeepause. Die Bezahlung gestaltete sich jedoch etwas schwierig. Da wir keine albanischen Lek tauschen wollten, fragten wir ob wir in Leva oder Euro zahlen können. Am Ende bezahlten wir mit Leva, wobei die Rechnung erst in Euro und dann in Leva umgewandelt wurde.
Nach unserem kurzen Stopp fuhren wir weiter nach Pogradec. Pogradec ist die größte albanische Stadt am Ohridsee. Wir suchten uns einen Parkplatz und begannen unseren Stadtrundgang. Eigentlich wollten wir eine der wenigen Kirchen besichtigen, aber unser Führer konnte sich nicht mehr genau erinnern, wo sich diese Kirche befindet. Die sprachliche Verständigung war auch nicht einfach und so benötigten wir mehrere Versuche um den Weg zu erfragen. Als wir endlich die Kirche gefunden hatten, mußten wir leider feststellen, das sie verschlossen war. Wir liefen dann die Strandpromenade zurück zu unseren Autos und probierten unterwegst noch ein paar frische Feigen.
Zum Mittagessen fuhren wir zur ehemaligen Villa von Enver Hoxha, die in der Nähe von Tushemisht liegt. Wir ließen uns in einem Restauran im weitläufigen Park der Anlage nieder und da ein Kellner etwas mazedonisch konnte, klappte die Bestellung relativ gut. Von hier waren es nur noch 2 Kilometer bis zur mazedonischen Grenze. Auch bei der Rückreise gab es keine Probleme und so fuhren wir noch einmal an den Strand von Sv. Naum zum Baden.


19.07.2012
Am Morgen wurden die Autos beladen und dann ging es wieder zurück nach Blagoevgrad. Wir wählten diesmal eine andere Route, da wir noch die Festung von Samuil in der Klucher Schlucht besichtigen wollten. Nachdem wir den Grenzübergang bei Novo Selo passiert hatten, machten wir eine ausgedehnte Pause mit einem verspätete Mittagessen. Bis zur Festung waren es nur 6 Kilometer. Als wir ankamen, war es bereits kurz vor 18:00 Uhr. Eintritt wollte von uns keiner mehr haben. Der Rundgang dauerte am Ende auch nicht sehr lange, da von der eigentlichen Festung nichts mehr da war. Nur ein paar kleine Mauerreste konnten wir entdecken. Es gab noch ein großes Denkmal von Samuil und einige Säulen mit einem Rundgang. Somit dauerte es nur eine halbe Stunde und wir setzten unseren Weg fort.
Samuil's Festung /Самуилова Крепост/
Im Sommer 1014 versuchte der byzantinische Imperator Basileus II mit einer starken Streitmacht durch die Klucher Schlucht vorzudringen. Dies wurde durch die Truppen von Zar Samuil jedoch vereitelt. Alle Bemühungen der Angreifer waren vergebens. Als ihnen dies klar wurde, wurde ein großer Trupp, unter der Führung von Nickiffor Xiffius, um das Belasizagebirge herumgeführt, um die Bulgaren von hinten anzugreifen. Diese wurden so überrascht und am 29. Juli 1014 gerieten 14000 Soldaten in Gefangenschaft. Basileus II wandte sich dann nach Westen zur entscheidenden Schlacht mit Zar Samuil. Als er erfuhr, das die bulgarischen Truppen, unter der Führung von Samuil's Sohn Gavril Radomier, in dieser Schlacht auch seinen engsten Freund Theophilact Wotaniat töteten, befahl er die 14000 Gefangen zu blenden. Nur jeder Hundertste sollte ein Auge behalten, um die Anderen zu führen. Durch diese Grausamkeit erhielt er den Beinamen "Bulgarenschlächter" (Bulgaroctonus).
Zur Erinnerung an diese Schlacht und zum Andenken an Zar Samuil und seine geblendeten Soldaten, wurde am 23. Oktober 1982 der Nationalpark "Samuil's Festung" feierlich eröffnet.
Nach unser Ankunft in Blagoevgrad trafen wir uns, nach einer kleinen Ruhepause, zum Abendessen im Restaurant. Damit verabschiedeten wir uns auch gleichzeitig, da es am nächsten Morgen wieder nach Sofia ging.


20.07.2012
Heute wurde das Auto zum letzten Mal beladen. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es wieder nach Sofia zurück. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und so kamen wir kurz nach dem Mittag an. Das Auto wurde entladen und dann statteten wir der Autowäsche einen Besuch ab. Dannach sah der Wagen wieder wie neu aus. Am Nachmittag ging es noch einmal in die Stadt, um die restliche Einkäufe zu erledigen.


21.07.2012
Nach dem Frühstück wurde das Auto wieder abgeholt. Die Übergabe dauerte nur 10 Minuten und ab jetzt waren wir nur noch mit der Metro unterwegst. Insgesamt hatten wir mit unserem Mietwagen in 19 Tagen 3000 Kilometer zurückgelegt. Zum Mittag trafen wir uns in der Stadt. Wir liefen auch noch einmal über den Basar und erledigten ein paar Einkäufe. Am Ende landeten wir wieder an der Metrostation am Nationalstadion und fuhren nach Musagenitsa zurück. Am Nachmittag begann der Kampf mit dem Gepäck. Diesmal schöpften wir die Grenze von 23 Kilogramm pro Gepäckstück voll aus.


22.07.2012
Heute ging es wieder nach Frankfurt zurück. Für die Fahrt zum Flughafen riefen wir ein Taxi. Nach dem Anschlag in Burgas wurden die Sicherheitkontrollen verschärft. Es war nur ein Eingang geöffnet und das Flughafengebäude konnte man nur mit einem gültigen Ticket betreten. Es kam aber durch die Kontrollen nicht zu Verzögerungen. Der Flieger war pünktlich und in Frankfurt wurden wir direkt am Flugplatz abgeholt.
© Fank Roloff, letze Änderung am 05.10.2021
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